SARS-CoV-2-Surveillance

Brandenburg sequenziert weiter nur zehn Prozent der Corona-Proben

Das Referenzlabor am Cottbusser Carl-Thiem-Klinikum würde gerne sehr viel mehr positive SARS-CoV-2-Proben sequenzieren. Allerdings stehen dafür zu wenig Finanzmittel zur Verfügung.

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Sequenzierung von positiven Coronavirusproben. Am Carl-Thiem Klinikum in Cottbus würde man gerne mehr Proben analysieren.

Sequenzierung von positiven Coronavirusproben. Am Carl-Thiem Klinikum in Cottbus würde man gerne mehr Proben analysieren.

© Neumayr Fotografie Christian Leo

Potsdam. Trotz sinkender Corona-Fallzahlen hält das Land Brandenburg daran fest, entsprechend der bundesweiten Coronavirus-Surveillanceverordnung nur zehn Prozent aller positiv getesteten Proben genetisch zu sequenzieren. Das teilte der Sprecher des Potsdamer Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Mittwoch auf Nachfrage mit.

In Baden-Württemberg hatte das Land bereits im Februar 31,5 Millionen Euro aus eigener Tasche bereitgestellt, um alle positiven Proben auf das Vorliegen von Virusvarianten zu untersuchen. Brandenburg hatte im Januar dem Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum 520 .000 Euro zum Ausbau eines Referenzlabors für die Genomsequenzierung zur Verfügung gestellt. „Eine Genomsequenzierung ist sehr aufwendig, aber wichtig, um die tatsächliche Ausbreitung einschätzen zu können“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) damals.

Kapazitäten werden zur Zeit nicht ausgelastet

Wie die Chefärztin für Mikrobiologie am Carl-Thiem-Klinikum, Dr. Heidrun Peltroche, dieser Zeitung sagte, würden die dort zur Verfügung stehenden Kapazitäten derzeit bei weitem nicht ausgenutzt. „In Zusammenarbeit mit Biomes in Wildau könnten 1000 positive Proben pro Woche sequenziert werden, was aber aufgrund der derzeit erfreulich guten epidemiologischen Entwicklung in keiner Weise mehr erforderlich ist“, sagte Peltroche.

„Hatten wir in der 11. Kalenderwoche für das CTK-Referenzlabor noch fast 100 Proben zum Sequenzieren, so sind es derzeit in der 22. Kalenderwoche hier in Cottbus noch etwa 20 Sequenzierungen, die wir jetzt ausschließlich vor Ort im CTK durchführen.“ Alles zu sequenzieren, sei eine „gute Idee“, die aber durch die Corona-Surveillanceverordnung des Bundes derzeit nicht unterstützt werde.

Land soll mehr Geld geben

Auch der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Potsdamer Landtag, Björn Lüttmann (SPD), nannte gegenüber dieser Zeitung die Sequenzierung „elementar wichtig“. Angesichts einer immer geringeren Zahl positiver Coronatests sollte sich Brandenburg im Bund dafür einsetzen, dass die Corona-Surveillanceverordnung angepasst werden und mehr Proben sequenziert würden.

Sollte es aus dem Bund keine entsprechenden Signale geben, sollte das Land aber an dieser Stelle auch selber tätig werden. (lass)

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