Appell an Landes- und Bundespolitik

Landräte dringen auf neue Hilfen für Kliniken

Der baden-württembergische Landkreistag schrillt die Alarmglocke: Ohne zusätzliche Hilfen für Krankenhäuser drohe eine „abschüssige Bahn“ für das ganze Gesundheitssystem.

Veröffentlicht:
Symbol auf einer Intensivstation für Corona-Patienten: Krankenhäuser kämpfen wirtschaftlich nicht nur mit den Folgen der Pandemie. Die Landräte in Baden-Württemberg fordern jetzt erneut weitere Hilfen ein.

Symbol auf einer Intensivstation für Corona-Patienten: Krankenhäuser kämpfen wirtschaftlich nicht nur mit den Folgen der Pandemie. Die Landräte in Baden-Württemberg fordern jetzt erneut weitere Hilfen ein.

© Sebastian Gollnow / dpa

Stuttgart. Die Landräte in Baden-Württemberg erhöhen den Druck auf die Landesregierung und den Bund, Krankenhäusern wirtschaftlich beizuspringen. Nach Ansicht von Landrat Joachim Walter, Präsident des Landkreistags Baden-Württemberg, habe die „Dramatik der Situation eine neue Stufe erreicht“.

Angesichts der Folgen der Corona-Pandemie, des Angriffskriegs auf die Ukraine und der Inflation drohe die medizinisch-pflegerische Leistungsfähigkeit so stark Schaden zu nehmen, dass sich „wirtschaftlich sogar die Existenzfrage stellt“, sagt Walter. An den Bund appelliert der Landkreistag, „schnellstmöglich Regelungen zum Ausgleich von COVID-Mindererlösen und COVID-Mehraufwendungen zu treffen“.

Allerdings gehen die Forderungen der Landräte weit über finanzielle Fragen hinaus. So sollten ausländische Fach- und Hilfskräfte schneller anerkannt und ein bundesweiter Ausbildungsfonds zur Finanzierung der einjährigen Helferausbildung aufgelegt werden. Zudem setzt sich der Landkreistag für ein gesetzliches Moratorium mit Blick auf die einrichtungsbezogene Impfpflicht ein. Auch hält das Gremium seinen Vorschlag für ein allgemeines Dienstpflichtjahr für junge Menschen aufrecht, da dies zur Nachwuchsgewinnung bei den Gesundheits- und Pflegeberufen beitragen könne.

Aufstockung der Investitionsförderung im Doppelhaushalt?

Zu den neuen Strukturproblemen gesellten sich die alten: So hätten die Krankenhäuser angesichts des überdurchschnittlichen Lohn- und Preisniveaus Schwierigkeiten, im aktuellen Entgeltsystem die Betriebskosten über den Landesbasisfallwert zu refinanzieren. Hier müsse der Bund es durch eine Gesetzesänderung ermöglichen, dass das regionale Lohnniveau im Landesbasisfallwert berücksichtigt werden kann.

Die Investitionsförderung für Kliniken müsse daher im Doppelhaushalt 2023/24 des Landes „klar priorisiert“ werden, heißt es seitens des Landkreistags. Konkret fordern die Landräte eine Aufstockung um 200 Millionen Euro. Ende April erst hatte die Landesregierung als eine Sofortmaßnahme Landeshilfen in Höhe von 240 Millionen Euro für Krankenhäuser beschlossen.

Vergangene Woche hat die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft Ergebnisse ihrer Geschäftsführer-Befragungen vorgestellt. Danach erwarten 61 Prozent der Führungskräfte für dieses Jahr rote Zahlen in ihrem Haus – ein Anstieg von rund 15 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. (fst)

Mehr zum Thema

Debatte um Primärversorgung

HzV in Baden-Württemberg: Dort regiert die ganz große Koalition

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insbesondere Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin

Antibiotika wirken sich offenbar langfristig auf das Darmmikrobiom aus

Lesetipps
5 Blutproben in Röhrchen

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Chronische Erkrankungen

Diese fünf Biomarker weisen auf Multimorbidität hin