Schleswig-Holstein

Nord-KV hadert mit Corona-Rettungsschirm für die Praxen

Schleswig-Holsteins KV-Vize Ennenbach fordert finanzielle Nachbesserungen für Vertragsärzte. Diese könnten aus „liegengebliebenen Mitteln der Krankenkassen kommen“, regt er an.

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Bad Segeberg. Kein echter Ausgleich und keine Wertschätzung der vertragsärztlichen Leistungen: Diese Kritikpunkte äußert die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) an dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Fortgeltung der epidemischen Lage. Die KV im Norden fordert Nachbesserungen aus Berlin.

Diese könnten etwa aus „liegengebliebenen Mitteln der Krankenkassen“ erfolgen, regte der stellvertretende KV-Vorstandsvorsitzende Dr. Ralph Ennenbach an. Nach seiner Einschätzung bringt das kürzlich verabschiedete Gesetz keinen sinnvollen Ausgleich für die in der Corona-Pandemie erlittenen Umsatzverluste aus extrabudgetären Leistungen. Dies sind etwa Vorsorgeleistungen und ambulante Operationen.

Vorwurf der mangelnden Wertschätzung

„Die Vorstellung, die KVSH solle diese Rückgänge aus eigenen Mitteln zahlen, macht sprachlos. Übertragen auf andere Bereiche hieße dies beispielsweise, die Lufthansa dürfe Verluste im Bereich der Flugtickets ja mit anderen oder zukünftigen Einnahmen verrechnen, was erkennbar keine Lösung für die Lufthansa wäre,“ sagte Ennenbach. Er sieht in der Regelung zugleich eine Geringschätzung der „enormen Kraftanstrengung der ambulant tätigen Ärzte“, die diese in der Pandemie erbracht hätten. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Aufrechterhaltung der Regelversorgung bei gleichzeitiger Betreuung von über neunzig Prozent der COVID-19-Patienten.

„Damit erfahren die Ärzte nicht nur keine Würdigung für ihren enormen Einsatz an vorderster Linie zur Eindämmung und Beherrschung der Pandemie, sie werden in gewisser Weise auch noch dafür bestraft, weil sie genötigt werden, um ihre wirtschaftliche Existenz zu kämpfen. Und dies, obwohl sie auf den Rückgang der Patientenzahlen durch die Pandemie keinen Einfluss hatten“, sagte Ennenbach. Er berichtete, dass die KV das Thema sowohl mit Landes-, als auch mit Bundespolitikern besprochen hat. Nur im eigenen Bundesland sei die KV auf Verständnis gestoßen, in Berlin sei das Thema „ungehört verhallt“. (di)

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