Heimbewohner müssen mehr zahlen

Trotz Pflege-Zuschlags geht Eigenanteil in Baden-Württemberg durch die Decke

Der Zuschlag der Pflegekassen verpufft bei vielen Heimbewohnern. Angesichts des bundesweit höchsten Eigenanteils von 2555 Euro fordert der vdek in Baden-Württemberg vom Land Entlastung.

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Stuttgart. Der gestaffelte Zuschlag, den die Pflegekassen seit Jahresbeginn an Heimbewohner zahlen, ist in Baden-Württemberg in vielen Fällen durch die stark gestiegenen Personal- und Sachkosten fast aufgefressen worden. Darauf hat der baden-württembergische Ersatzkassenverband vdek am Dienstag hingewiesen.

So zahlten beispielsweise Pflegebedürftige, die weniger als ein Jahr im Heim leben, zu Jahresbeginn noch 2480 Euro aus eigener Tasche. Im Juli dieses Jahres sind es dann schon 2555 Euro pro Monat gewesen. Bei einem Heimaufenthalt von mehr als zwölf Monaten betrug der Eigenanteil Anfang 2022 noch 2236 Euro, im Juli waren es dann 2298 Euro.

Vergleichsweise gering fiel der Aufschlag bei Heimbewohnern aus, die bereits länger als drei Jahre in einer Einrichtung leben. Hier belief sich der Eigenanteil zunächst auf 1686 Euro, ab Juli dann 1719 Euro.

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Der Eigenanteil setzt sich aus den Kosten für pflegebedingte Aufwendungen (dem sogenannten Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil, EEE), Unterkunft und Verpflegung sowie den Investitionskosten zusammen.

Der von den Pflegekassen gezahlte Zuschlag ist gestaffelt und dämpft nur die pflegebedingten Aufwendungen. Die Eigenbeteiligung ohne Zuschüsse beläuft sich aktuell im Bundesdurchschnitt auf 2248 Euro. Allerdings variiert die Höhe stark – sie reicht von 1700 Euro in Sachsen-Anhalt bis 2619 Euro in Baden-Württemberg (siehe nachfolgende Tabelle).

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Der vdek im Südwesten monierte, die Eigenanteile seien ungeachtet des Zuschlags weiterhin „sehr hoch“. Zudem seien weiter steigende Belastungen zu erwarten, da die Pflegekassen ab September nur noch mit solchen Einrichtungen Verträge schließen dürfen, die Tariflöhne zahlen, sagte Frank Winkler von der vdek-Landesvertretung Baden-Württemberg.

Der Kassenverband forderte die Landesregierung auf, die Investitionskosten der Pflegeheime zu übernehmen – dann könnten die Eigenanteile der Heimbewohner auf einen Schlag um 447 Euro pro Monat sinken. (fst)

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