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Medizinstudenten

Verstärkung für hessische Gesundheitsämter

Die Verfolgung von Infektionsketten bindet enorme Ressourcen nicht nur in Hessens Gesundheitsämtern. Jetzt sollen sie neue Mitarbeiter bekommen.

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Wer könnte wen angesteckt haben? Neue Kräfte sollen Hessens Gesundheitsämter bei der Suche unterstützen.

Wer könnte wen angesteckt haben? Neue Kräfte sollen Hessens Gesundheitsämter bei der Suche unterstützen.

© Silas Stein/dpa

Wiesbaden. Mitte Mai will Hessen die ersten vom Robert Koch-Institut geschulten „Containment-Scouts“ auf die Suche nach Corona-Kontaktpersonen schicken. Dabei handelt es sich um Medizinstudenten, die im Rahmen eines Urlaubssemesters in den Gesundheitsämtern bei der Kontaktpersonennachverfolgung helfen sollen. 40 dieser Scouts sind für Hessen vorgesehen, sie werden durch das Bundesgesundheitsministerium finanziert.

Das Aufspüren und Nachvollziehen möglicher Infektionsketten stelle die zuständigen Gesundheitsämter vor große personelle Herausforderung, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag.

Die Landesregierung arbeite daher in enger Abstimmung mit den 24 Gesundheitsämtern daran, kurzfristig Menschen zu deren Unterstützung zu finden. Im Corona-Krisenstab seines Ministeriums sei eine eigene Organisationseinheit geschaffen worden, die für die Akquise von Unterstützungskräften für die Gesundheitsämter verantwortlich sei.

Personal aus anderen Bereichen angezogen

Dr. Birgit Wollenberg, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der ärztlichen Amtsleitungen der Hessischen Gesundheitsämter, begrüßte die avisierte Verstärkung: „Die Bereitstellung von Personal in großer Anzahl ist für die Gesundheitsämter dringend notwendig, daher sind wir sehr froh über die angekündigte personelle Unterstützung.“

Aktuell hätten die Ämter ihr Personal aus anderen Arbeitsbereichen wie Trinkwasserüberwachung, sozialpsychiatrischem Dienst, Kinder- und Jugendgesundheit fast vollständig zur Bewältigung der Corona-Krise abgezogen. Jetzt bedürfe es neuer unterstützender Teams, um alle Aufgaben bewältigen zu können. Für die Schulung und Anleitung der neuen Mitarbeiter, werde allerdings wieder das Fachpersonal aus den Infektionsschutzabteilungen benötigt.

Auf Dauer nur mit mehr Miarbeitern

Für die Zukunft ist für Wollenberg klar: Die Lehre aus der Pandemie ist jetzt schon, dass Gesundheitsämter auf Dauer eine erhebliche Verstärkung des Fachpersonals – insbesondere Ärztinnen und Ärzte mit Facharztweiterbildung und Hygienekontrolleure/Gesundheitsaufseher – dringend benötigen. (bar)

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