Hessen

Sechs von sieben COVID-19-Patienten werden ambulant behandelt

Die KV sieht Hessen mit Schwerpunktpraxen und Testcentern gut gewappnet gegen die Coronavirus-Pandemie. Eine Reserve steht bereit.

Von Christoph BarkewitzChristoph Barkewitz Veröffentlicht:
Auch Hessen will eine Maskenpflicht einführen. Ministerpräsident Volker Bouffier hat jüngst bei einem Besuch im Uniklinikum Gießen und Marburg schon mal geübt.

Auch Hessen will eine Maskenpflicht einführen. Ministerpräsident Volker Bouffier hat jüngst bei einem Besuch im Uniklinikum Gießen und Marburg schon mal geübt.

© Frank Rumpenhorst/dpa

Wiesbaden. Sechs von sieben COVID-19-Patienten in Hessen werden derzeit ambulant behandelt. Sollte diese hohe Rate weiter Bestand haben, sehe er keine Gefahr völlig überlasteter Kliniken wie in anderen Ländern, sagte Hessens KV-Vorsitzender Frank Dastych am Dienstag. „Unser Schutzschild vor den Krankenhäusern steht!“

Flächendeckend gebe es im Bundesland aktuell 52 COVID-19-Schwerkpunktpraxen, in denen mit dem Corona-Virus infizierte Patienten, aber auch potenziell infizierte Menschen behandelt werden können. Dabei handelt es sich nicht um weiterentwickelte Corona-Testcenter wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) irrtümlich am Donnerstag berichtet hatte, sondern um jeweils eigenständige Einrichtungen.

Menschen, die sich testen lassen wollen, sollen nicht die Schwerpunktpraxen aufsuchen, sondern ihr nächstes Testcenter über die Servicenummer 116 117 erfragen. Davon gibt es derzeit 15 unter der neuen Bezeichnung „Koordinierungscenter“ in Hessen.

Maskenpflicht für Hessen

Die ambulante Versorgung werde zusätzlich durch rund 400 Praxen gesichert, die zwar gesonderte Vorkehrungen für die Behandlung von COVID-19-Patienten getroffen hätten, aber nicht als Schwerpunktpraxis eingestuft seien. Dabei handele es sich überwiegend um Hausarztpraxen, berichtete Dastych. Im Bedarfsfall stünden weitere 100 solcher Praxen im Land als Reserve bereit.

Minister Klose sagte im gemeinsamen Pressebriefing, er gehe davon aus, dass das Landeskabinett am Dienstagabend eine Maskenpflicht (Alltagsmasken) zumindest im Öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften beschließen wolle.

Mehrere Bundesländer haben dies bereits verfügt. Am Dienstagvormittag hatte Frankfurt als zweite hessische Stadt nach Hanau bereits angekündigt, diese Maßnahme von kommenden Montag an ergreifen zu wollen.

Verschärfte Lage in Frankfurt

Mit Stand Dienstagnachmittag gab es 7305 bestätigte Fälle von SARS-CoV-2 in Hessen, dazu 257 damit in Verbindung stehende Todesfälle. 974 Patienten wurden stationär behandelt, davon 259 intensiv- oder beatmungspflichtig.

Aufgrund einer hohen Zahl von beatmungspflichtigen COVID-19-Patienten in den dortigen Kliniken hat die Versorgungsregion Frankfurt/Offenbach als erste von landesweit sechs die „Stufe 2“ eines vierstufigen Systems erreicht. Dies bedeutet, dass 50 Prozent der Gesamtkapazität in den für Behandlung von COVID-19-Patienten zuständigen Großkliniken im Versorgungsgebiet belegt sind. In der Folge müssen zusätzliche Intensiv- und Beatmungskapazitäten aufgebaut und Verlegungen in andere Versorgungsgebiete vorbereitet werden.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Paul Korzeniowski

Er soll weiter üben! Auch ein Ministerpräsident sollte die unteren Bänder korrekt verknoten. Den Nasenbügel soll man anpassen. RKI zeigt, wie man eine Atemschutzmaske anwenden soll. Eine FFP 2 - Maske beim Spaziergang vor der Presse? Über so eine hätte sich ein Hausarzt, eine Krankenschwester, oder eine Professorin gefreut! Aber ein sehr schönes Foto, wie Wladimir Putin mit einem sibirischen Tiger.


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