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Appell – und Kritik

WHO: Deutschland und andere müssen Impfdosenspenden vorziehen

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Insgesamt haben überwiegend westliche Länder rund 150 Millionen Dosen Corona-Impfstoff als Spende für arme Länder versprochen, allerdings meist „bis Ende des Jahres“. „Wir brauchen das doppelte, und wir brauchen es schneller“, mahnt die WHO.

Insgesamt haben überwiegend westliche Länder rund 150 Millionen Dosen Corona-Impfstoff als Spende für arme Länder versprochen, allerdings meist „bis Ende des Jahres“. „Wir brauchen das doppelte, und wir brauchen es schneller“, mahnt die WHO.

© Alexander Limbach / stock.adobe.com

Genf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) appelliert an Deutschland und andere Länder, die versprochene Spende von Corona-Impfdosen für arme Länder vorzuziehen. Die Bundesregierung hat die Abgabe von 30 Millionen Dosen bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt. Nötig sei der Impfstoff in ärmeren Ländern aber in den nächsten drei Monaten, sagte Bruce Aylward am Freitag in Genf. Er ist WHO-Koordinator für das Programm ACT Accelerator, das Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Tests fördert.

Weltweit seien bislang rund zwei Milliarden Impfstoffdosen eingesetzt worden, 75 Prozent davon in nur zehn Ländern. Der Impf-Arm des ACT Accelerators, Covax, habe bislang 80 Millionen Dosen ausgeliefert, überwiegend an Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen. Covax wollte eigentlich die Beschaffung der Impfdosen für alle Länder übernehmen und für eine gerechte Verteilung sorgen.

Die WHO kritisiert, dass reiche Länder separate Verträge mit Impfstoffherstellern machten und einen Großteil der Produktion aufgekauft hätten. Deshalb komme Covax nicht an genügend Impfstoff. Eigentlich hätten bis Ende Mai 200 Millionen Dosen mehr ausgeliefert werden sollen. Während reiche Länder gesunde jüngere Menschen impfen, wartet in ärmeren Ländern selbst das Pflegepersonal vielerorts noch auf den lebensrettenden Impfstoff. „Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel und sind nicht geschützt - das ist absurd“, sagte Aylward.

Insgesamt haben überwiegend westliche Länder rund 150 Millionen Dosen Impfstoff als Spende versprochen, allerdings meist „bis Ende des Jahres“. „Wir brauchen das doppelte, und wir brauchen es schneller“, sagte Aylward. Es müssten möglichst 250 Millionen Menschen in den nächsten drei Monaten geimpft werden können. Die WHO argumentiert: je schneller die Weltbevölkerung geimpft werde, desto besser werde die Gefahr gebannt, dass sich neue Varianten entwickeln, vor denen die bisherigen Impfstoffe möglicherweise nicht schützen.

Covax verhandele mit China über den Kauf von Impfstoffdosen der Hersteller Sinopharm und Sinovac, sagte Aylward. China habe bislang kein Angebot gemacht, Impfdosen zu spenden. (dpa)

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