Guillain-Barré-Syndrom und Corona

Warnhinweis in den USA: Seltene Fälle von GBS nach Janssen-Impfung gegen COVID

In den USA sind sehr seltene Fällen von Guillain-Barré-Syndrom (GBS) nach Impfung mit dem „COVID-19-Impfstoff Janssen“ aufgetreten. Warnhinweise wurden in die Produktinformationen aufgenommen.

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:
Packung und Ampulle des Janssen COVID-19-Impfstoffs.

Beim „COVID-19-Impfstoff Janssen“ reicht eine Dosis für den Impfschutz.

© Paul Hennessy / ZUMAPRESS.com / picture alliance

Neu-Isenburg. Das Unternehmen Johnson & Johnson warnt vor sehr seltenen Fällen von Guillain-Barré-Syndrom (GBS) im Zusammenhang mit seinem „COVID-19-Impfstoff Janssen“. Die Fälle seien in der Regel binnen 42 Tagen nach der Impfung aufgetreten. Entsprechende Hinweise hat der Hersteller in die Arzneimittelinformationen in den USA aufgenommen. Die Zulassungsbehörden FDA in den USA und EMA in Europa seien informiert.

Zur Häufigkeit der Fälle berichtet die „New York Times“, dass in den USA unter den etwa 13 Millionen verimpften Dosen der Vakzine grob geschätzt etwa 100 GBS-Fälle aufgetreten seien. Bei Geimpften sei das sehr seltene Risiko etwa vier bis fünfmal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Betroffene würden in der Regel wieder gesund, und zwar auch dann, wenn sie sehr schwere Symptome bekommen.

„Nutzen überwiegt Risiken bei Weitem“

Die „NYT“ zitiert zudem die ehemalig FDA-Forscherin Dr. Luciana Borio: Seltene GBS-Fälle in Zusammenhang mit Impfungen seien nicht überraschend, trotzdem überwiege der Nutzen des Impfstoffs die möglichen Risiken erheblich. Die Vakzine von Johnson & Johnson spielt in den COVID-Impfprogrammen sowohl von den USA als auch von Europa keine große Rolle. Der Hersteller wolle aber mehrere hundert Millionen Dosen an die Afrikanische Union und an das WHO-Programm Covax liefern, berichtet die „NYT“.

In Deutschland beobachtet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) unerwünschte Wirkungen nach COVID-Impfungen. Fälle von GBS sind dem aktuellen Sicherheitsbericht des PEI zufolge bisher in Zusammenhang mit Vaxzevria®, Comirnaty® und Spikevax® aufgetreten, ein kausaler Zusammenhang hat sich bisher aber nicht bestätigt. Ob es sich um ein neues Risikosignal handeln könnte, werde weiter vom Paul-Ehrlich-Institut untersucht. Für den COVID-19-Impfstoff Janssen wurde bislang kein Fall von GBS berichtet.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Stefan Graf

Hallo Herr Windt,
der "Spinat" lässt grüßen. Da scheint doch irgendwo ein Rechen- /Übertragungsfehler passiert oder eine Kommastelle verrutscht zu sein. 100 GBS-Fälle bei 13 Mio Geimpften entspricht einem Fall pro 130 Tausend, also weniger als in der Allgemeinbevölkerung (1 pro 50- bis 100-Tausend).
Ich könnte mir vorstellen, dass sich die "NY-Mathematiker" um eine Kommastelle verrechnet haben und auf einen GBS-Fall unter 13 Tausend Geimpften gekommen sind. Das wären dann etwa 4 pro 50.000 , also etwa das Vier- bis Achtfache des Wertes der Allgemeinbevölkerung.

Carsten Windt

Seltsame Zahlenspielereien:
Statistisch gesehen erkranken 1-2 Personen /100000 an einem GBS. Wenn von 13 mio geimpften Personen ca 100 Personen an einem GBS erkrankt sind, kann die Häufigkeit nicht 4-5 mal höher sein.


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