Plan des GKV-Spitzenverbands

Gesundheitswesen und Pflege sollen klimaneutral werden

Der GKV-Spitzenverband hat sich mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen zur Aufgabe gemacht: Auf der Agenda stehen bis 2045 eine bessere Digitalisierung und weniger Fehlversorgung. Außerdem geht es einen verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln.

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Ein Gewitter droht: Wetterextreme sorgen für zunehmende Belastungen der Menschen. Gleichzeitig verursachen auch Krankenhäuser eine enorme Menge Treibhausgase.

Ein Gewitter droht: Wetterextreme sorgen für zunehmende Belastungen der Menschen. Gleichzeitig verursachen auch Krankenhäuser eine enorme Menge Treibhausgase.

© Marc Vorwerk/SULUPRESS.DE/picture alliance

Berlin. Der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes hat auf seiner Sitzung am Mittwoch das Grundsatzpapier „Nachhaltige und klimaneutrale Weiterentwicklung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung“ beschlossen. Ziel ist es, das Gesundheitswesen und die Pflege bis spätestens 2045 klimaresilient, klimaneutral und nachhaltig aufzustellen, heißt es. Bund und Länder müssten ihrer Aufgaben- und Finanzierungsverantwortung ebenfalls nachkommen.

„Klimaschutz ist auch Gesundheitsschutz“, so Uwe Klemens, Verwaltungsratsvorsitzender und Versichertenvertreter. „Es liegt im ureigenen Interesse der Versichertengemeinschaft, die Versorgung ökologisch nachhaltig zu gestalten und den CO2-Fußabdruck des Gesundheitswesens zu minimieren. Der Klimawandel gibt zudem erneut Anlass, den Wert der Prävention zu betonen: Klimafreundliche Ernährung und Mobilität sind oft auch der eigenen Gesundheit zuträglich und können die ressourcenintensive Versorgung entlasten.“

Abbau von Über- und Fehlversorgung

Dr. Susanne Wagenmann, Verwaltungsratsvorsitzende und Vertreterin der Arbeitgeber, betont: „Für ein nachhaltiges und klimaneutrales Gesundheits- und Pflegewesen sind der Abbau von Über- und Fehlversorgung, der Ausbau der Digitalisierung und der verantwortungsvolle Umgang mit Arzneimitteln unabdingbar. Der Klimawandel betrifft uns alle, aber einige Gruppen besonders. Für uns ist entscheidend, dass bei der Prävention und Behandlung klimabedingter Gesundheitsrisiken die besonderen Bedürfnisse vulnerabler Versicherter berücksichtigt werden.“

Der Klimawandel sei weltweit eine der größten Gesundheitsbedrohungen für die Menschheit. Starkwetterereignisse wie Stürme, Starkregen und Hitzewellen, zunehmende Prävalenz von Allergien und die Ausbreitung von zum Teil neuen Infektionskrankheiten stellten Herausforderungen für Prävention, Behandlung und Pflege dar. Gleichzeitig trage der Gesundheitssektor beträchtlich zur Emission von Treibhausgasen bei, die den Klimawandel verursachten. (eb)

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