Berufspolitik

Apotheker und Ärzte streben mehr Zusammenarbeit an

Veröffentlicht: 10.10.2010, 12:31 Uhr

MÜNCHEN (run). Die Weiterentwicklung der Arzneimittelversorgung gemeinsam durch Apotheker und Ärzte war ein zentrales Thema beim diesjährigen Deutschen Apothekertag in München. Auf einer Podiumsdiskussion unterstützte KBV-Vertreter Dr. Lothar Lieschke das geplante interdisziplinäre Medikationskonzept.

Dieses sogenannte ABDA-KBV-Papier sieht unter anderem vor, dass ein indikationsbezogener Medikationskatalog erstellt wird. Auf dessen Basis sollen Ärzte einen Wirkstoff verordnen und Apotheker das Präparat wählen. Außerdem sollen Patienten einem detaillierten Einnahmeplan erhalten, um so die Therapietreue zu verbessern.

Professor Ulrich Laufs von der Uni Homburg/Saar unterstrich die Bedeutung solcher Maßnahmen: "Die Adhärenz etwa von Herz-Kreislauf-Patienten beträgt nur 60 bis 80 Prozent. Mit sinkender Einnahmetreue steigt aber nachweislich das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse." Bevor man aber eine Kostenübernahme von Adhärenz-Maßnahmen fordern könne, müsse die Effektivität belegt werden. Hierzu gebe es etwa ein Pilotprojekt mit Herzinsuffizienzpatienten in Nordrhein. Dabei kümmern sich Apotheker um eine regelmäßige strukturierte, arztbegleitende Betreuung und die Medikation mit einem Unit-Dose-System.

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