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„Bildungssystem schützen!“

BÄK-Chef empfiehlt Grippe-Impfung für alle Lehrer und Kinder

Umfassende Grippe-Impfungen in Schulen und Kitas für Kinder und Mitarbeiter, mahnt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt an. Fraglich ist aber, ob der Impfstoff dafür reicht.

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Influenza-Impfung von Kindern: Darüber wird in Deutschland schon lange diskutiert.

Influenza-Impfung von Kindern: Darüber wird in Deutschland schon lange diskutiert.

© viyadafotolia / stock.adobe.com

Berlin. Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, hat Lehrkräfte und Kita-Personal aufgerufen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. „Die zu erwartende Grippewelle darf nicht den Betrieb von Schulen und Kitas gefährden“, sagte er der Funke Mediengruppe.

Auch die Kinder sollten deshalb in diesem Jahr so umfänglich wie möglich gegen Influenza geimpft werden, betonte Reinhardt. Nur so könne das gesamte Bildungssystem geschützt werden.

Zwar könnte die Grippewelle aufgrund der geltenden Abstands- und Hygieneregeln in diesem Winter harmloser ausfallen als in früheren Jahren. „Durch die Corona-Routine, also durch häufiges Händewaschen, Maskentragen und Abstand halten, werden Infektionen insgesamt reduziert“, sagte Reinhardt weiter. Dennoch sei die Impfung wichtig, auch im Hinblick auf die Pandemie.

Auch Pädiater plädieren für Impfung der Kinder

Dies betonen auch Kinderärzte und raten Eltern in diesem Jahr dringend zur Grippeimpfung ihrer Kinder. „Wir wissen, dass Kinder den Influenzavirus maßgeblich übertragen“, sagte Professor Johannes Hübner, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädriatische Infektiologie (DGPI), am vergangenen Wochenende der „Welt am Sonntag“.

Grippeschutz für möglichst viele Kinder in Deutschland könnte allerdings problematisch sein. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung zwar für Lehrer und Erzieher, aber bisher nur für Kinder mit Grunderkrankungen.

Aufgrund der begrenzten Menge an Impfstoff könnten nämlich an gesunde Kinder verimpfte Dosen in Risikogruppen fehlen. Das Gremium hatte daher Anfang August angekündigt, keinen weiteren Zielgruppen in diesem Jahr die Grippeimpfung empfehlen zu wollen (Epid Bull 2020; 32/33: 28–30).

Bestellte Mengen reichen nicht für Risikogruppen

Laut STIKO wären „allein für die vollständige Umsetzung“ der bestehenden Impfempfehlungen „etwa 40 Millionen Dosen Influenzaimpfstoff notwendig“. Weil sich in der Vergangenheit viel weniger Menschen impfen ließen, wird aber deutlich weniger bestellt.

Für die kommende Grippesaison 2020/21 rechnet das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit etwa 21 Millionen Impfdosen für Deutschland. Das sind schon deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat nach eigenen Angaben weitere sechs Millionen Dosen geordert. Ob weitere Dosen nachbestellt werden können, ist äußerst ungewiss.

Der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnte hingegen mit Blick auf die Debatte um eine vorbeugende Grippeimpfung bei Kindern vor möglichen Kapazitätsengpässen.„Uns ist wichtig in diesem Zusammenhang, dass die chronisch kranken Kinder geimpft werden und wir die Eltern hier gezielt ansprechen sollten“, sagte BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach. (eis/dpa/ths)

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