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Bei Lippenherpes an Sonnenschutz denken!

Patienten, die regelmäßig mit Lippenherpes zu tun haben, sollte man raten, sich spätestens jetzt mit Sonnenschutzmitteln einzudecken.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:

Denn außer der Behandlung mit topischen Externa kann man Herpesattacken mit einigen Maßnahmen vorbeugen wie mit Sonnenschutz, Lippenpflege und möglichst wenig Stress. Was genau den Ausbruch der Herpes-simplex-Viren immer wieder auslöst, ist nach wie vor nicht genau bekannt. Jedoch gehört besonders die ultraviolette Sonnenstrahlung zu den Risikofaktoren.

Diese kann man meiden, indem man Gesicht und Lippen mit Sonnenschutzprodukten mit hohem Lichtschutzfaktor, am besten mit Sun-Blockern, schützt. Ebenfalls wichtig ist die regelmäßige Lippenpflege, damit die Lippen nicht aufreißen. Denn auch das fördert offenbar den Ausbruch von Herpes labialis.

Verschiedene Wirkstoffe mit nachgewiesenem Effekt

Als weitere Risikofaktoren gelten körperlicher und emotionaler Stress, virale Infektionen wie Erkältungen oder Grippe, kaltes Wetter und bei Frauen die Menstruation oder Hormonschwankungen. Empfehlenswert sind auch in diesem Fall ganz allgemein immunstimulierende Verhaltensweisen wie gesunde Ernährung und sportliche Betätigung.

Ist es zum Ausbruch gekommen, steht eine Palette von rezeptfreien Arzneimitteln zur Selbstmedikation zur Verfügung. Die Klassiker sind Aciclovir- und Penciclovir-haltige Cremes. Stets sollten diese Produkte beim Auftreten der ersten typischen Symptome wie Jucken und Kribbeln aufgetragen werden. Penciclovir scheint jedoch auch noch im Bläschenstadium eine krankheitsverkürzende Wirkung zu haben, wie eine Studie ergeben hat.

Als weiterer Wirkstoff ist der langkettige Alkohol Docosanol für diese Indikation auf dem Markt. Er verhindert, dass die Viren in die Zellen eindringen. Symptome wie Schmerzen, Brennen und Jucken lassen schneller nach als unter Placebo, die Heilungsdauer wird verkürzt. Melissenextrakt und Zinksulfat sollen ebenfalls positive Wirkungen entfalten.

So enthält Melissenextrakt Gerbstoffe, die das Eindringen der Viren in die Zellen behindern sollen, indem sie relevante Rezeptoren blockieren. In-vitro-Versuche mit Zellkulturen an der Universität Heidelberg haben kürzlich die antiviralen Effekte von Zitronenmelisse bestätigt. Zinksulfat wirkt adstringierend und fördert die Wundheilung.

Relativ neu ist ein transparentes Herpesbläschen-Lippenpflaster. Es enthält keinen antiviralen Wirkstoff, sondern wirkt nach dem Prinzip der feuchten Wundbehandlung: Hydrokolloide nehmen die Blasenflüssigkeit auf, es bildet sich ein Polster über der Läsion. Die Bläschen trocknen demzufolge nicht aus, und es entsteht kein Schorf. Der Patch darf sogar überschminkt werden.

Jeden Kontakt mit der Wundstelle vermeiden

Weil die Viren äußerst infektiös sind, sollten Betroffene immer wieder über einige Vorsichtsmaßnahmen während des Herpesausbruchs aufgeklärt werden. So sollten Kontaktlinsenträger sich vor Einsetzen der Linsen stets gründlich die Hände waschen und sie mit einem frischen, unbenutzten Handtuch abtrocknen.

Das vermeidet ein Verschleppen der Viren in die Augen. Allerdings ist nicht ganz klar, ob der relativ seltene Hornhaut-Herpes nicht ausschließlich auf endogenem Infektionswege ausgelöst wird. Dennoch raten Dermatologen, nicht mit den Fingern in die Augen zu fassen und beim Waschen des Gesichts getrennte Handtücher für Augen- und Lippenbereich zu benutzen.

Weitere Präventionsmaßnahmen: Jeden Kontakt mit der Wundstelle meiden, schon gar nicht die Bläschen und Krusten aufkratzen; zum Auftragen der Cremes Applikatoren benutzen, Trinkgefäße, Essbestecke und Teller nicht mit anderen teilen! Und natürlich gilt: Küssen verboten!

Lesen Sie dazu auch: Herpes-Viren haben eine weit verzweigte Großfamilie

Lesen Sie dazu auch kurz notiert: Herpesgefahr durch kontaminierte Textilien? Mit Homöopathie gegen Herpes labiales Melissenextrakt doppelt wirksam gegen HSV-1 Mit praktischen Tipps gegen die Herpesattacke

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