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Kommentar

Corona-Prämie für alle – das ist vertrackt

Haben auch Beschäftigte in Praxen und Kliniken einen Bonus verdient? Ja klar. Anders als Altenpfleger sitzen sie aber schon unter einem Rettungsschirm. Das macht die Sache kompliziert.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

Sie bekommen Applaus und Schokolade. Zu Recht. Deutschlands Altenpflegekräfte leisten in diesen Corona-Tagen Herausragendes. Dafür soll es nun auch eine Prämie geben. Sie soll bei 1000 Euro liegen und von den Pflegekassen vorfinanziert werden. Länder und Arbeitgeber können den Bonus um 500 Euro aufstocken.

Mit ihrem Vorschlag hat die Bundesregierung dem Gezerre um die Finanzierung des Pflegebonus ein Ende bereiten wollen. Doch weit gefehlt. Das Gezänk geht weiter – und natürlich geht es um die Frage: Wer soll es denn bezahlen? Dass nun auch Prämien für Praxis- und Krankenhausmitarbeiter gefordert werden, befeuert den Streit weiter.

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Der Ruf nach einer Prämie für alle Mitarbeiter im Gesundheitswesen verkennt, dass für Praxen und Kliniken bereits ein milliardenschwerer Ausgleich beschlossen worden ist – wegen teils rückläufiger Patientenzahlen und sinkender Honorare und Entgelte. Unter diesem Schirm sitzen auch die Mitarbeiter.

Gesundheitsminister Jens Spahn hat zudem darauf hingewiesen, dass Altenpflegekräfte mit der Prämie auch für die zusätzliche Zuwendung belohnt werden, die sie den Pflegebedürftigen entgegenbringen, weil viele Angehörige den Pflegeeinrichtungen wegen Corona fernbleiben müssen. Und das macht, um eine beliebte Redewendung des CDU-Politikers zu verwenden, schon einen Unterschied. Die Prämie sollte daher eine für die Altenpflege bleiben.

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Dabei sollte es die Politik allerdings nicht belassen. Sie sollte langfristig auf eine bessere Bezahlung der Arbeit in der Langzeitpflege drängen. Erste Schritte in diese Richtung sind getan. Weitere müssen folgen. Dass die Forderung inzwischen sogar aus der Ärzteschaft kommt, spricht Bände. Die Praxen neiden den Altenpflegern den Extra-Bonus offenbar nicht.

Schreiben Sie dem Autor: thomas.hommel@springer.com

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