Deutsche Tabakkontrollkonferenz

Corona treibt wohl Raucherquote nach oben

Rauchalternativen wie E-Dampf oder Tabakerhitzer sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Allerdings steigt auch die Zahl der Zigarettenraucher, so die DEBRA-Studie. Ein Grund: die Pandemie.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Kippe als Seelentröster und zur Stressbewältigung? Wissenschaftler sind sich nicht sicher, was den Anstieg bei der Raucherprävalenz in der Pandemie in Deutschland ausmachte – hieß es zumindest bei der Deutschen Tabakkontrollkonferenz in Heidelberg.

Kippe als Seelentröster und zur Stressbewältigung? Wissenschaftler sind sich nicht sicher, was den Anstieg bei der Raucherprävalenz in der Pandemie in Deutschland ausmachte – hieß es zumindest bei der Deutschen Tabakkontrollkonferenz in Heidelberg.

© Frank Hoermann / SVEN SIMON / picture alliance

Heidelberg. Im zweiten Pandemiejahr ist die Raucherprävalenz in Deutschland bei den über 14-Jährigen von 26,6 Prozent auf 30 Prozent angestiegen. Das geht aus Zahlen der „Deutschen Befragung zum Rauchverhalten“ (DEBRA-Studie) hervor, die Privatdozentin Sabrina Kastaun vom Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf am Donnerstag im Rahmen der im virtuellen Format stattfindenden. 19. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle am DKFZ in Heidelberg, vorstellte.

Zu den Ursachen für diesen Anstieg könne indes nur spekuliert werden, da diese nicht explizit abgefragt worden seien, schränkte Kastaun ein. Sicher spiele das individuelle Stressempfinden der Raucherinnen und Raucher aber eine nicht unbedeutende Rolle, mutmaßte sie. Im Zeitraum Oktober 2020 bis September 2021 lägen Daten von mehr als 12.000 repräsentativ befragten Deutschen vor. Zu Rauchalternativen sei die Abfrage mit erklärenden Piktogrammen erfolgt, ergänzte Kastaun.

Tabakerhitzer und E-Zigaretten dominieren bei Rauchalternativen

Im Vergleich der ebenfalls im Zuge der DEBRA abgefragten Rauchalternativen – Tabakerhitzer, Kautabak, E-Zigarette sowie Nikotinbeutel – dominieren derzeit der E-Dampf und Erhitzer. Die Fakten im Überblick:

E-Zigaretten: Die aktuelle Nutzung von E-Dampf-Lösungen liegt über die gesamte betrachtete Bevölkerung hinweg bei 1,2 Prozent. Unter diesen wiederum betreiben 78,3 Prozent den Dual Use, dampfen also neben dem Griff zur konventionellen Tabakverbrennungszigarette. 11,9 Prozent hatten binnen der vergangenen 12 Monate den Ausstieg aus der Kippe vollzogen und sind auf E-Dampf umgestiegen, bei 4,9 Prozent der Nutzer liegt dieser Schritt mehr als 12 Monate zurück. 4,9 Prozent der 1,2 Prozent geben an, vorher nie geraucht zu haben.

Tabakerhitzer: Auch die wie die E-Zigaretten von den Anbietern als schadensminimierende Rauchalternative propagierten Tabakerhitzer weisen mit 0,3 Prozent noch eine geringe Marktdurchdringung auf. Im Dual Use greifen demnach 88 Prozent der Konsumenten auf die Tabakerhitzer zurück, sieben Prozent haben vor mehr als zwölf Monaten den Ausstieg aus der konventionellen Verbrennungszigarette vollzogen, bei 1,4 Prozent der Nutzer liegt dieser Schritt noch kein Jahr zurück. Im Vergleich zum E-Dampf liegt die Quote der vorherigen Nie-Raucher mit 3,5 Prozent deutlich niedriger.

Kautabak: In puncto Kautabak gaben laut Kastaun nur drei DEBRA-Befragte an, diese Lösung aktuell zu konsumieren. Immerhin drei Prozent gaben an, diese Option mal ausprobiert zu haben in der Vergangenheit. Darunter nutzten damals 6,4 Prozent Kautabak im Dual Use, 3,7 Prozent waren Ex-Raucher, ein Prozent hatte nie geraucht.

Nikotinbeutel: Die seit 2019 auf dem deutschen Markt vertriebenen Rauchalternativen enthalten keinen Tabak, sondern nur Nikotin. Die Nutzung der Nikotinbeutel wurde nun im Zuge der DEBRA-Studie erstmals abgefragt. 0,1 Prozent nutzten sie demnach aktuell. Immerhin 0,9 Prozent der Befragten gaben an, jemals Nikotinbeutel genutzt zu haben – 2,3 Prozent darunter im Dual Use, 0,4 Prozent gaben an, Ex-Raucher zu sein, 0,2 Prozent sagten, vorher nie geraucht zu haben.

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