Lehren aus der SARS-CoV-2-Pandemie

Die CDU hat Corona-Visionen

Im Kampf gegen Corona will die Bundesregierung Behörden wie RKI und PEI personell aufstocken, kündigt die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion Karin Maag an. Für MFA und Ärzte hat sie ein dickes Lob parat – insbesondere für die Niedergelassenen.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht: 14.10.2020, 15:20 Uhr
Will RKI und Paul-Ehrlich Institut stärken: Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion Karin Maag.

Will RKI und Paul-Ehrlich Institut stärken: Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion Karin Maag.

© Fabian Sommer / dpa

Berlin. Die Koalition will die in der Pandemiebekämpfung besonders geforderten Bundesbehörden personell aufstocken. Das gelte für das Robert Koch-Institut (RKI), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Karin Maag, bei einer Video-Pressekonferenz am Mittwoch.

Alle drei Behörden sollten „deutlich“ gestärkt werden, „damit sie auch coronabedingte Aufgaben übernehmen können, damit sie mehr übernehmen können“, betonte Maag. Im Bundeshaushalt würden dafür rund zehn Millionen Euro bereitgestellt.

„Konnten Krankenhäuser dadurch besser schützen“

Als eine positive Lehre aus der COVID-19-Pandemie nannte Maag die Rolle des ambulanten Sektors. „Wir haben die Tätigkeit der Niedergelassenen als wirklichen Vorsprung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern kennengelernt.“ Sieben von acht Corona-Patienten seien in den Arztpraxen behandelt worden. „Das heißt, wir konnten die Krankenhäuser dadurch besser schützen.“

Die Krise habe aber zugleich die „Anfälligkeit unserer Leistungserbringer“ offenbart, so Maag. Schutzmasken und Schutzkittel seien nur im „Wettstreit mit vielen anderen Ländern weltweit“ zu gewinnen gewesen. Die Bundesregierung arbeite daher an einem Konzept zur nationalen Bevorratung von medizinischer Schutzausrüstung.

Bei Arzneimitteln unabhängiger werden

Auch bei Medikamenten und Impfstoffen müsse Deutschland unabhängiger vom Ausland, insbesondere von China und Indien werden, forderte die CDU-Politikerin. Dasselbe gelte für Reagenzien. „Auch da merken wir, dass unsere Kapazitäten endlich sind.“

Bei den Generika müsse es ebenfalls das Ziel sein, dass diese ausreichend verfügbar seien, sagte Maag. Sie begrüße daher, dass die AOK mit Ausschreibungen von Arzneimittel-Rabattverträgen begonnen habe, die eine dreimonatige Reserve und die Einhaltung von Umweltstandards bei der Produktion entsprechender Medikamente vorsähen.

Die Digitalisierung habe mit der Corona-Krise einen „riesigen Schub“ erfahren, betonte Maag. Rund 25.000 Arztpraxen böten mittlerweile Videosprechstunden an. „Das war bis zu Corona sehr zögerlich, jetzt funktioniert es plötzlich.“ Auch die mittlerweile 18 Millionen Downloads der Corona-Warn-App seien Indiz, dass sich Digitalisierung „als krisentaugliches Instrument“ bewährt habe.

Vorantreiben wolle die Koalition die Digitalisierung in der Pflege. Hierzu werde man in Kürze ein weiteres Digitalisierungsgesetz vorlegen, kündigte Maag an.

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