Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zu Corona-Folgen bei Kindern

Die Politik verspricht Besserung – jetzt muss sie liefern

Corona, vor allem aber das, was wir daraus gemacht haben, setzt Kindern und Jugendlichen gesundheitlich stark zu. Ärzte täten gut daran, beharrlich darauf hinzuweisen und jeder neuen Lockdown-Versuchung zu widersprechen.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

Krieg in Europa, eine lange Pandemie, unzählige Verbrechen im Dunkelfeld sexualisierter Gewalt an Minderjährigen: Die Nachrichten zum Internationalen Kindertag am 1. Juni könnten niederschmetternder kaum sein.

Was Krisenzeiten wie diese machen mit den Jüngsten unserer Gesellschaft lässt sich noch nicht abschließend beantworten. Hinweise von Ärzten, dass Ungemach droht, gibt es bereits. Zwei Millionen Kinder sind laut Deutscher Adipositas Gesellschaft in zwei Corona-Jahren – auch wegen wochenlang geschlossener Sportplätze und Turnhallen sowie aus Frust über fehlende Sozialkontakte – dicker geworden. Es ist ein erstes Alarmzeichen, weitere werden folgen.

Und die Politik? Sie gelobt Besserung. Weitgehende pandemiebedingte Einschränkungen für Kinder und Jugendliche dürften sich nicht wiederholen, sagt etwa Familienministerin Lisa Paus. Denn „inzwischen“, so Paus, sei mit „erschreckender Deutlichkeit“ klar geworden, wozu Schließungen von Kitas und Schulen führten: Essstörungen, Depressionen, Bewegungsmangel, Einsamkeit.

Lesen sie auch

Späte Einsichten

Doch warum kommt die Einsicht erst jetzt, möchte man Paus und andere fragen? Haben Kinder- und Jugendärzte nicht schon sehr früh gewarnt, dass sich Lockdowns gesundheitlich rächen können bei den Jüngsten, obwohl sie nicht zu den Treibern der Pandemie gehören? Warum hat die Politik so lange weggehört und Kitas und Schulen dichtgemacht – Unternehmen aber offengelassen und Profisportlern das Spielen auf dem Rasen und in der Halle, wenn auch vorübergehend ohne Zuschauer, erlaubt?

Bundesärztekammer-Chef Dr. Klaus Reinhardt hat auf die fehlende Lobby von Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Dass sich einige Politiker jetzt als Lobbyisten der Jüngsten aufschwingen, überzeugt nicht. Dafür ist zu wenig zugehört worden.

Die Ärzteschaft könnte die Rolle des Fürsprechers einnehmen. Sie müsste dann aber bei der nächsten Welle geschlossen auf der Seite von Kindern und Jugendlichen stehen. Düstere Mahnungen wie die von Weltärztebund-Chef Professor Frank Ulrich Montgomery, es müsse schon jetzt über einen neuen Lockdown im Herbst nachgedacht werden, passen da nicht ins Bild.

Schreiben Sie dem Autor: thomas.hommel@springer.com

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

US-Datenbank-Analyse

Hochdosierter Influenza-Impfstoff könnte Demenz vorbeugen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

© Olia / Generated with AI / stock.adobe.com

Neurologische Entwicklungsstörung

Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck

Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt