Arzneimittelpolitik

Diskussion um neues Clopidogrel-Präparat

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NEU-ISENBURG (eb). Zum 1. August ist erstmals in Deutschland eine Clopidogrel-haltige Alternative zu den Präparaten Plavix® und Iscover® auf den Markt gekommen.

In Reaktion darauf hat das pharmazeutische Unternehmen Sanofi-Aventis 80 000 Ärzte und 20 000 Apotheker angeschrieben, um über die Unterschiede der angestammten Clopidogrel-Arzneimittel zu dem neuen Präparat zu informieren.

Die erste Clopidogrel-haltige Alternative, die der Arzneihersteller ratiopharm auf den Markt gebracht hat, ist kein Generikum, sondern sie hat eine eigenständige Zulassung. Der Wirkstoff Clopidogrel wird dabei in Form eines anderen Salzes angeboten, als es in den beiden bisher verfügbaren Präparaten vorliegt - statt Clopidogrel-Hydrogensulfat jetzt Clopidogrel-Besilat.

Sanofi-Aventis vertritt in den Schreiben an Ärzte und Apotheker die Auffassung, dass sein Clopidogrel-Präparat aus diesem Grund nicht einfach durch andere Clopidogrel-Verbindungen austauschbar sei. Auch Professor Christian Hamm, Direktor der Kardiologie der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, sieht den möglichen Wechsel vom Original-Präparat auf die neue Clopidogrel-haltige Alternative mit Skepsis. "Ich will nicht ausschließen, dass das neue Clopidogrel-Besilat genau so wirksam ist, aber wir brauchen klinische Daten für unsere Hochrisikopatienten."

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