Direkt zum Inhaltsbereich

Kommunale Trägerschaft

Drei Gemeinden, ein kommunales MVZ: Die Insel Amrum plant Novum

Wie lässt sich die hausärztliche Versorgung auf Amrum sicherstellen? Die drei Gemeinden Norddorf, Nebel und Wittdün wollen gemeinsam vorgehen.

Veröffentlicht:
Eingang zum Ärztezentrum Büsum: Das zunächst kommunal geführte Zentrum wurde zum Vorbild für viele kommunal geführte MVZ. Neu in Amrum wäre, dass sich mehrere Kommunen die Trägerschaft teilen.

Eingang zum Ärztezentrum Büsum: Das zunächst kommunal geführte Zentrum wurde zum Vorbild für viele kommunal geführte MVZ. Neu in Amrum wäre, dass sich mehrere Kommunen die Trägerschaft teilen.

© Dirk Schnack

Bad Segeberg. Auf der Nordseeinsel Amrum soll in Kürze ein kommunales MVZ nach Vorbild des Pioniers in Büsum entstehen. Erstmals überhaupt soll das MVZ allerdings nicht von einer, sondern von drei Kommunen getragen werden.

Nach Auskunft der KV Schleswig-Holstein liegt dem Zulassungsausschuss zwar noch kein Antrag vor. Die Gründereigenschaft durch mehrere Gemeinden – Nebel, Wittdün und Norddorf – sei aber bereits bejaht worden.

Neubau soll 2027 bezugsfertig sein

Der Zeitplan für das kommunale MVZ sieht nach Angaben der Ärztegenossenschaft Nord die Gründung einer gGmbH im März vor. Betriebsbeginn soll im Sommer in den Räumen der schon auf Amrum praktizierenden Hausärztin sein. Ein geplanter Neubau soll im Jahr 2027 in der Gemeinde Wittdün öffnen.

Die Investitionskosten sollen nach Angaben örtlicher Medien bei über vier Millionen Euro liegen. Die Gemeinden hoffen, mit der Investition die hausärztliche Versorgung langfristig sichern zu können. Sie rechnen allerdings mit einem defizitären Betrieb, eine Prüfung durch die Kommunalaufsicht ist noch nicht abgeschlossen.

"Sie wird letztlich entscheiden, ob die hohen zusätzlichen finanziellen Belastungen realistisch sind und überhaupt von den Gemeinden getragen werden können", teilte die Ärztegenossenschaft, die die Gründungsvorbereitungen vor Ort begleitet, mit.

KV stellt Förderung in Aussicht

Die KV würde das MVZ begrüßen und mit einer fünfstelligen Summe aus ihrem Strukturfonds fördern, wenn zwei hausärztliche Ganztagsstellen in das MVZ integriert werden.

Amrum ist per Fähre über die Insel Föhr erreichbar, aber nicht direkt vom Festland. Neben den rund 2.300 Einwohnern müssen in der Sommersaison viele Urlauber medizinisch versorgt werden. Nach Erfahrungen der KV muss die Notfallversorgung auf der Insel sichergestellt werden, was auf manche interessierte Hausärztinnen und Hausärzte abschreckend wirke.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde Büsum als erste Kommune in Deutschland ein MVZ gegründet und mehrere Jahre betrieben. Inzwischen haben Ärztinnen und Ärzte, die dort angestellt waren, die Zulassungen übernommen und sind in den Räumen selbstständig niedergelassen. (di)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Abschaffung der TSVG-Honorare: Ist Nina Warkens Datenbasis falsch?

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Tipps für das Gespräch

Krebsfrüherkennung: Das ist bei der Patientenberatung wichtig

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

In Deutschland machen frühe Erkrankungen mit Darmkrebs (EOCRC), also vor dem 50. Lebensjahr circa 5 Prozent der Neudiagnosen aus.

© Dmytro / stock.adobe.com

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland