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Brandenburg/Schleswig-Holstein

Druck auf Kliniken: Elektive Op wegen Corona-Krise vertagen

Planbare Operationen sollten in der aktuellen Corona-Pandemielage möglichst verschoben werden, da die Belastung der Intensivstationen steigt.

Veröffentlicht:
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher appelliert an die hat die Krankenhäuser in der Corona-Krise.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher hat die Krankenhäuser des Landes zum Verzicht auf planbare Operationen aufgefordert.

© Soeren Stache/dpa

Potsdam/Kiel. Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat die Krankenhäuser des Landes zum Verzicht auf planbare Operationen aufgefordert.

Grund dafür ist der rasante Anstieg der COVID-19-Patienten: Seit Anfang Oktober hat sich ihre Zahl mehr als verzwanzigfacht. „Planbare Aufnahmen und Operationen sollten bei Bedarf jederzeit so reduziert werden, dass kurzfristig ausreichende Aufnahmekapazitäten für COVID-19-Patienten bereitstehen“, schreibt Nonnemacher in einem offenen Brief an die Kliniken. Die Brandenburger Krankenhäuser müssen weiterhin in der Lage sein, innerhalb von 48 bis 72 Stunden weitere Behandlungskapazitäten für COVID-Patienten zu organisieren, wenn ein Anstieg der stationären Aufnahme solcher Patienten dies erfordert. „Klar ist, dass Krankenhäuser eine finanzielle Hilfe bekommen müssen, wenn sie Betten für Corona-Patienten freihalten müssen“, sagte Nonnemacher. Hier brauche man erneut eine verbindliche Zusage vom Bund. Zudem müssten die Krankenhäuser sanktionsfrei von den Vorgaben der Pflegepersonaluntergrenze abweichen können.

Unterdessen hat in Schleswig-Holstein die Gewerkschaft Verdi mehr Schutz für das Pflegepersonal in Krankenhäusern und die Verschiebung von elektiven Eingriffen gefordert. Dies sei nötig, um einen sich abzeichnenden Personalmangel in den Kliniken Schleswig-Holsteins in der zweiten Pandemiewelle zu verhindern. Damit das gelingt, braucht es nach Verdi-Ansicht in erster Linie mehr Geld.

„Die Beschäftigten müssen gesund bleiben, sonst droht der Kollaps“ sagte der für Gesundheitspolitik bei Verdi-Nord zuständige Steffen Kühhirt. Er fordert, dass Schutzmaßnahmen für das Personal besser als in der ersten Welle organisiert werden: „Es darf nicht sein, dass Pflegebeschäftigte trotz verordneter Quarantäne arbeiten müssen, das gefährdet Beschäftigte und Patienten gleichermaßen“, so Kühhirt.

Damit die Klinikträger die Schutzmaßnahmen für das Personal frei von wirtschaftlichen Interessen treffen können, dürfen sie nach Verdi-Lesart nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wenn sie elektive Eingriffe absagen und Betten und Personal für COVID-19-Patienten freihalten. Das DRG-System sollte deshalb ausgesetzt und alle notwendigen Ausgaben „vollständig refinanziert werden“.

Außerdem seien zusätzliche finanzielle Mittel für mehr Lehrkräfte, zusätzliche Ausbildung und Qualifikationen erforderlich. Nötig sei dies etwa, um Beschäftigte an Beatmungsgeräten zu qualifizieren.

In einer Sonderrolle sieht Verdi das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) als einzigen Maximalversorger im Land. Diese Rolle erfordert nach Ansicht der Gewerkschaft, dass das Haus von Land und Bund „in besonderer Weise zusätzlich unterstützt wird“.

Auf eine drohende Überlastung des Pflegepersonals hatte zuvor die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein aufmerksam gemacht. Sie hatte dabei nicht nur finanzielle Forderungen gestellt, sondern vorgeschlagen, Pflegekräfte bei PCR-Tests prioritär zu behandeln, Berufsaussteiger zurückzuholen und Leiharbeiter als „stille Reserve“ zu qualifizieren. (lass/di)

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