Kommentar – Medienkonsum bei Jugendlichen

Ein unumkehrbarer Trend

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:

In Zeiten der Digitalisierungs- Euphorie sind abgewogene oder gar warnende Stimmen kaum mehr zu hören. Umso überraschender war es dann auch, wie heftig die Kinder- und Jugendärzte beim bundesweiten Jugendmedizinkongress in Weimar die neue Digitalisierungsministerin Dorothee Bär angegriffen haben. Es wäre Frau Bär zu wünschen, wenn sie "kritischer und informierter wäre", hieß es in Weimar. Kein besonders gutes Zeugnis für eine neue Ministerin.

Die Verärgerung der Kinder-und Jugendärzte ist durchaus nachvollziehbar, weil sie und alle anderen ärztlichen Grundversorger die gravierenden gesundheitlichen Folgen von Medienabhängigkeiten in ihren Praxen auffangen müssen.

Mit den neuen und hilfreichen Empfehlungen zum achtsamen Bildschirmgebrauch, die auch bei den Vorsorgeuntersuchungen eingesetzt werden sollen, werden aber nicht alle Erziehungsberechtigten erreicht werden können. Denn diejenigen Eltern, die Regeln selbst nicht beachten und sich primär mit ihrem Smartphone anstatt mit ihrem Kind beschäftigen, sind schlechte Vorbilder. Die Empfehlungen zum Mediengebrauch werden daher allenfalls negative Folgen der Digitalisierung eindämmen können. Mehr nicht. Der Trend hin zur immer stärker digitalisierten Welt ist unumkehrbar.

Lesen Sie dazu auch: Kongress für Jugendmedizin: Medienkonsum – nicht ohne zeitliche Nutzungslimits

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