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Arzneimittel

Ersatzkassen wollen Festbeträge auf lange Sicht nicht aufgeben

In der zeitweisen Aussetzung der Festbeträge für Kinder-Arzneimittel will der Kassenverband vdek kein Präjudiz zu deren genereller Aufgabe sehen.

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Hält nichts davon, Festbeträgen für immer den Laufpass zu geben: die vdek-Vorsitzende Ulrike Elsner.

Hält nichts davon, Festbeträgen für immer den Laufpass zu geben: die vdek-Vorsitzende Ulrike Elsner.

© vdek / Georg J. Lopata

Berlin. Der Ersatzkassenverband vdek sieht in der Aussetzung von Festbeträgen „dauerhaft kein geeignetes Instrument“, um Arzneimittelengpässe zu verhindern.

Wie die vdek-Vorsitzende Ulrike Elsner am Mittwoch verlauten ließ, sei die Ursache für aktuelle Lieferausfälle – insbesondere bei Fiebersäften für Kinder – vor allem „der hohe Bedarf, auf den sich die Industrie im Vorfeld nicht eingestellt hatte“.

Elsner: „Wir brauchen deshalb ein Frühwarnsystem, das heißt, der beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eingerichtete Beirat muss früher über Lieferengpässe informiert werden.“

Um der Marktversorgung kurzfristig Rückenwind zu geben, hatte der GKV-Spitzenverband gestern angekündigt, Festbeträge für 180 Kinderarzneimittel ab 1. Februar für die Dauer dreier Monate auszusetzen.

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Die Forderung der vdek-Vorsitzenden nach einer besseren Marktbeobachtung deckt sich allerdings mit einem der Eckpunkte zu einem Arzneimittel-Gesetz, die Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kurz vor Weihnachten vorgestellt hatte. Mit dem Reformvorhaben, das erklärtermaßen Lieferengpässen abhelfen soll, will Lauterbach aber auch generell wichtige Kinderarzneimittel von der Festbetragsbildung ausnehmen.

Dass sich damit die Kassen nicht anfreunden können, überrascht wenig. In der Stellungnahme des vdek heißt es, sowohl Festbeträge als auch Rabattverträge seien „unverzichtbare Instrumente“ zur Steuerung der Arzneimittelausgaben, die seit Jahren dazu betrügen, „Ausgaben in Milliardenhöhe für die Beitragszahler ein(zu)sparen“. (cw)

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