BDI-Umfrage

Grippe-Impfstoff in vielen Praxen schon komplett aufgebraucht

Obwohl niedergelassene Ärzte deutlich mehr Grippe-Impfstoff bestellt haben als im Vorjahr, sind die georderten Dosen in zwei von drei Praxen bereits ganz oder fast aufgebraucht. Das zeigt eine BDI-Umfrage.

Von Rebekka HöhlRebekka Höhl Veröffentlicht:
Hohe Impfbereitschaft der Ärzte: 96 Prozent der haus- und fachärztlichen Internisten impfen ihre Patienten regelmäßig gegen die saisonale Grippe.

Hohe Impfbereitschaft der Ärzte: 96 Prozent der haus- und fachärztlichen Internisten impfen ihre Patienten regelmäßig gegen die saisonale Grippe.

© Julian Stratenschulte/dpa

Wiesbaden. Warten auf den Nachschub: 70 Prozent der haus- und fachärztlichen Internisten haben im Corona-Jahr von vornherein mehr Grippe-Impfstoffdosen bestellt als noch 2019. 42 Prozent hatten diese bereits Ende Oktober komplett, weitere rund 24 Prozent zu drei Vierteln verimpft.

So das Ergebnis einer Blitz-Umfrage des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) unter seinen Mitgliedern.

Über 580 Ärzte haben teilgenommen

Die Umfrageergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, aber da sich insgesamt 584 Ärzte beteiligt haben – drei Viertel davon hausärztlich tätige Internisten – geben sie dennoch einen guten Einblick in die aktuelle Situation in den Praxen.

Demnach ist die Impfbereitschaft der Internisten, egal ob hausärztlicher oder Fachinternist, hoch: 96 Prozent der antwortenden Ärzte impfen ihre Patienten regelmäßig gegen die saisonale Grippe. 37,5 Prozent haben allein im vergangenen Jahr mehr als 400 Patienten geimpft. Die Zahlen werden in diesem Jahr deutlich höher liegen.

Hohe Quote an Nachbestellungen

Fast 73 Prozent der Internisten, die bereits die georderten Dosen verimpft haben, haben zwar Grippe-Vakzine nachbestellt, aber die Info bekommen, dass aktuell keine Impfstoffe mehr verfügbar seien. 15 Prozent haben die nachbestellten Dosen immerhin zum Teil auch erhalten. Nur 4,3 Prozent der Praxen haben die nachgeorderten Vakzine bereits in der kompletten Menge erhalten.

Dabei hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch Anfang Oktober verlauten lassen, dass Deutschland mit insgesamt 26 Millionen Dosen mit der höchsten Zahl an jemals im Voraus bestelltem Grippe-Impfstoff in die Influenza-Saison starte. 2019 wurden laut dem Minister nur 14 Millionen Dosen verimpft. Er räumte aber bereits damals ein, dass es lokal und zeitlich begrenzt zu Lieferengpässen kommen könne.

Diese haben die Internisten bereits bei der ersten Order zu spüren bekommen: Nur knapp über die Hälfte (52,7 Prozent) der teilnehmenden Praxen hat die initial bestellte Menge an Grippe-Impfstoff nämlich auch komplett erhalten. Hauptbezugsquelle für den Impfstoff sind dabei die Apotheken: Rund 90 Prozent ordern hier die Vakzine.

Regress-Angst selbst im Corona-Jahr

Aufhorchen lässt im Corona-Jahr, in dem den Praxen über das zweite Bevölkerungsschutzgesetz zugesichert wurde, dass sie ohne Angst vor Regressen bis zu 30 Prozent mehr Grippe-Impfstoff bestellen können, dass ein Drittel der Umfrageteilnehmer dennoch genau diesen fürchten.

Und sogar etwas mehr als ein Drittel angibt, dass diese Regressangst den Umfang ihrer Bestellung beeinflusst hat. Dies betrifft laut BDI vor allem Ärzte in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Westfalen-Lippe.

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