Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zu Lieferengpässen

In Deutschland alles besser?

Lassen sich Marktausfälle in der Arzneimittelversorgung verhindern, wenn Wirkstoffe nicht länger in Asien produziert würden? Und wie will Politik sich gegen globale Lieferketten durchsetzen?

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach will die Produktion wichtiger Arzneiwirkstoffe „nach Deutschland oder zumindest nach Europa zurückverlagern“. Wie das anzustellen wäre, sagt er nicht. Selbst wenn sich die Preise hierzulande „verfünffachen, würde trotzdem in China und Indien produziert“, gibt er selbst zu, weil es sich eben am meisten lohne, dort zu produzieren, „wo es am billigsten ist“.

Diese wohlfeile Einsicht in die Lebenswirklichkeit der globalisierten Marktwirtschaft liefert Lauterbach in einem Radiointerview erst ziemlich spät. Da ist die Idee von der Rückkehr ins Abendland schon lange durch – und der Widerspruch fällt dem Hörer wahrscheinlich nicht auf.

Was also bleibt von Lauterbachs Wortmeldung außer der Gewissheit, dass auch im parteipolitischen Überbietungswettbewerb zu Lieferengpässen vieles leichter gesagt ist als getan? Ein fader Beigeschmack. Der SPD-Mann, der auf Twitter nicht müde wird, der AfD den Spiegel vorzuhalten, spielt selbst mit populistischen Karten: In Deutschland – oder „zumindest“ in Europa – geht es sauber und mit rechten Dingen zu. Da kann der Inder nicht mit.

Irrtum, vor Verunreinigungen oder einer gescheiterten GMPInspektion ist niemand gefeit. Das hat es auch in hiesigen Firmen alles schon gegeben.

Schreiben Sie dem Autor: christoph.winnat@springer.com

Lesen Sie dazu auch:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Rückblick

Ein Jahr Alzheimer-Antikörper: Was sich getan hat

Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Medibiom

© Medibiom

MEDICE

MEDIBIOM – Darmgesundheit neu gedacht!

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Holzklötze mit Symbolen für verschiedene Versicherungsarten, dahinter eine Person im weißen Hemd.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Wann zählt die FSME-Impfung bei der Vorhaltepauschale mit?

Lesetipps
Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026

Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt