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Niedersachsen

Landespsychiatrieplan soll Versorgung verbessern

Niedersachsen ist, was die Betreuung psychisch Erkrankter angeht, gut aufgestellt. Allerdings mangelt es sehr an der Vernetzung.

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HANNOVER. Die Angebote für seelisch erkrankte Patienten in Niedersachsen sind qualitativ gut, aber schlecht koordiniert und schwach vernetzt.

Das ist eines der Ergebnisse des ersten Landespsychiatrieplanes, den die "Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheitswesen mbH - FOGS/ceus consulting" aus Köln für das Gesundheitsministerium erstellt hat.

Er soll helfen, ausgehend vom Jahr 2013 in den folgenden zehn Jahren die psychiatrische Versorgung zu verbessern, so das Niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerium.

"Niedersachsen steht vergleichsweise gut da"

Nach Angaben von Dr. Herrmann Elgeti, Geschäftsführer des Landesfachbeirates Psychiatrie Niedersachsen, "steht Niedersachsen im Vergleich aber gut da, auch deshalb, weil es diesen Plan überhaupt gibt".

Zur Verfügung stehen laut Plan Tagesklinik, Institutsambulanz, Sozialpsychiatrischer Dienst, Soziotherapie, ambulante psychiatrische Pflege, ambulant betreutes Wohnen und andere Einrichtungen.

Die Fachdiskussion sei jedoch von Anfang an auch davon geprägt, dass gerade psychisch kranken Menschen integrierte, sektorübergreifende Angebote und Maßnahmen zur Verfügung stehen sollten, finanziert und gesteuert "aus einer Hand".

Dem stehe nach wie vor ein gegliedertes, nach Sektoren und Hilfebereichen getrenntes Leistungssystem entgegen, für das die "Trennung ambulant-stationär" nur ein Beispiel darstelle.

Das Problem der Patienten beginne, wenn ihre Erkrankung als solche behandelt ist und die Betroffenen keinen Weg zurück finden und Desintegration erfahren, hieß es.

Ausgedünntes Angebot auf dem Land

Aus dem im Februar vorgestellten neuen Konzept des Pauschalisierten Entgeltsystems für Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) geht allerdings hervor, dass Krankenhäuser künftig die Möglichkeit erhalten sollen, schwerst erkrankte, stationär behandlungsbedürftige Patienten in akuten Krankheitsphasen durch mobile multiprofessionelle Behandlerteams zu Hause zu betreuen.

Im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" wies Elgeti darauf hin, dass wie in der somatischen Medizin auch in der Psychiatrie und Psychotherapie das Angebot auf dem Land ausgedünnt sei.

"Eine wohnortnahe psychiatrische Versorgung könnte künftig mit Hilfe neuer gemeindepsychiatrischer Zentren gelingen, in denen multiprofessionelle aufsuchende Teams mit Krisenhilfe stationiert sind", erklärte Niedersachsens Gesundheitsministerin, Cornelia Rundt (SPD).

"Auch die Vernetzung der Hausärzte mit den weiteren Hilfsangeboten vor Ort ist positiv zu beurteilen."

Der Landespsychiatrieplan enthalte etliche weitere konkrete Vorschläge, etwa die Einführung von Demenzbeauftragten in Einrichtungen oder die Förderung demenzfreundlicher Krankenhäuser. Zudem sollen sich ältere Menschen besser über Depressionen informieren können. (cben)

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Kommentare
Peter Lorenz 29.06.201609:52 Uhr

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Dr. Peter Lorenz: Erforderlich ist vor allem eine Neuorientierung der Psychiatrie im Sinne der Behandlung mit Gesprächstherapie und Nutzung der neuronalen Plastizität des Gehirns, bei Vermeidung jeglicher Form der Stigmatisierung (durch Justiz oder Psychiatrie). Ambulant agierende „multiprofessionelle aufsuchende Teams mit Krisenhilfe“, die bei Bedarf auch sofort „zu Hause betreuen“, wären ein echter Durchbruch.

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