EU-Parlamentsausschuss tagt zu Mpox

EU-Abgeordneter Liese zu Mpox: Europa muss an einem Strang ziehen!

Der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament fordert von der Brüsseler Schaltzentrale einheitliche europäische Reise- und Impfempfehlungen als Reaktion auf Mpox-Ausbrüche.

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Die EU-Staaten sollten eine koordinierte Antwort auf den Ausbruch der neuen Variante Klade Ib des Mpox-Virus in Afrika und anderen Teilen der Welt geben, fordert der Arzt und gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Dr. Peter Liese.

Die EU-Staaten sollten eine koordinierte Antwort auf den Ausbruch der neuen Variante Klade Ib des Mpox-Virus in Afrika und anderen Teilen der Welt geben, fordert der Arzt und gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Dr. Peter Liese.

© Thomas Banneyer / dpa / picture alliance

Brüssel. Im Vorfeld der für diesen Mittwoch anberaumten Befassung des Europaparlamentsausschuss für Umwelt und Gesundheit (ENVI) mit der angemessenen europäischen Reaktion auf die gegenwärtigen Mpox-Ausbrüche fordert der Arzt und gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion Dr. Peter Liese (CDU) innereuropäischen Konsens ein.

„Die EU-Staaten sollten eine koordinierte Antwort auf den Ausbruch der neuen Variante Klade Ib des Mpox-Virus in Afrika und anderen Teilen der Welt geben“, so sein Plädoyer in einer Mitteilung seines Büros am Dienstag.

„Ich begrüße sehr, dass die Europäische Union schon vor einigen Wochen beschlossen hat, Impfstoffe für die betroffenen Menschen in Afrika zur Verfügung zu stellen. Dies ist eine Maßnahme, die auch hilft, die Gesundheit der Europäer zu schützen, da wir von Experten durch gezielte Impfungen den Ausbruch in Afrika komplett stoppen können und damit das Risiko in Europa auf praktisch null reduzieren können. Es ist aber vor allen Dingen ein Gebot der Humanität und es ist wichtig, die betroffenen Länder nicht im Stich zu lassen. Wir müssen Solidarität leisten, weil wir die Solidarität dieser Länder in geopolitischen Fragen und ihre Rohstoffe in Zukunft brauchen werden“, so Liese.

Relevante Stakeholder stehen im Ausschuss Rede und Antwort

Dem Ausschuss stünden am Mittwoch, wie es von Lieses Seite heißt, Vertreter der Europäischen Kommission, der Einheit zur Beschaffung von Impfstoffen (HERA) sowie der Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und des Europäischen Gesundheitsamtes ECDC Rede und Antwort.

Während die Kommission über HERA und den Mechanismus rescEU sowie über gemeinsame Ausschreibungen bereits Impfstoff besorgt habe, gebe es bei anderen Fragen noch Handlungsbedarf. „Leider sind die Mitgliedstaaten so oft sehr zögerlich, Dinge rechtzeitig gemeinsam zu besprechen. Schweden hat, nachdem ein Infizierter festgestellt wurde, bereits Empfehlungen für Reisen in die Region abgegeben, andere Mitgliedstaaten aber noch nicht. Insbesondere im dicht besiedelten Mitteleuropa reisen die Menschen, naturgemäß nicht nur von einem Flughafen in ihrem eigenen Mitgliedstaat nach Afrika. Deshalb sind gemeinsame Empfehlungen sinnvoll. Gleichzeitig müssen die Impfempfehlungen auch gemeinsam weiterentwickelt werden. Bisher gibt es nur Empfehlungen für die Impfung aus dem Jahr 2022. Seitdem hat sich das Virus allerdings verändert, und auch die Risikogruppen haben sich erweitert. Insbesondere die hohe Zahl von Kindern, die in der Demokratischen Republik Kongo und in den afrikanischen Nachbarstaaten durch das Virus gestorben sind, müssen uns beunruhigen“, betont Liese.

Kommission stellt zusätzliche Mittel für burundisches Rotes Kreuz bereit

Als Reaktion auf die Übertragung von Mpox aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) an die Nachbarländer stellt die Europäische Kommission zusätzliche humanitäre Mittel bereit, um das burundische Rote Kreuz bei der Vorbereitung und Reaktion auf den Mpox-Ausbruch zu unterstützen, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heißt.

Mit 200.000 Euro werde ein Beitrag geleistet zur Seuchenüberwachung und -aufdeckung, zu Maßnahmen im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie zur Gesundheits- und Hygieneförderung auf Gemeinschaftsebene. In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten würden zwei Epidemiologen der Kommission in die DRK ¨– das Epizentrum dieser Epidemie – entsandt.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides habe bereits die Gesundheitsminister der EU-Mitgliedstaaten bezüglich der geplanten Impfstoff- und Behandlungsspenden kontaktiert. Sie habe dabei die Notwendigkeit der Koordination betont und die Bedeutung der Solidarität im Kampf gegen globale Gesundheitsbedrohungen sowie die Bereitschaft der Kommission, bilaterale Spenden zu koordinieren, unterstrichen. (eb)

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