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Kommentar zur Protestaktion

MFA-Mangel gehört in den Fokus

Nicht nur um den Pflegekräfte-, sondern auch den MFA-Mangel wird sich die Politik bald kümmern müssen.

Julia FrischVon Julia Frisch Veröffentlicht:

Der Fachkräftemangel ist nicht nur bei Bäckern, Installateuren und in den Krankenhäusern spürbar. Er ist auch in den Arztpraxen längst angekommen. Gute Medizinische Fachangestellte zu finden, ist mittlerweile wie ein Sechser im Lotto.

Umso heftiger schmerzt es jede Praxis, wenn eine MFA auf eine Stelle in der Klinik oder in der Verwaltung wechselt, die ihr netto wesentlich mehr in die Lohntüte bringt, als der stressige, hektische Job in der Arztpraxis – gerade jetzt in Corona-Zeiten.

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Der Verband Medizinischer Fachberufe (VMF) hat Recht, wenn er das Nein aus dem Bundesgesundheitsministerium zum steuerfinanzierten Corona-Bonus nicht akzeptiert. Nach zwei Jahren Pandemie, in denen sich die MFA genauso einem Infektionsrisiko ausgesetzt sahen wie die Pflegekräfte auf den Corona-Stationen, haben sie sich nicht nur Wertschätzung, sondern auch einen Bonus mehr als redlich verdient. Es darf noch einmal daran erinnert werden: Die meisten Corona-Patienten wurden in den Praxen behandelt.

Langfristig sollte sich die Politik, wie es der VMF fordert, auch um eine schnellere Gegenfinanzierung von Tarifsteigerungen ernsthaft Gedanken machen. Sonst haben die Arztpraxen keine großen Chancen, Abwanderungen ihrer MFA auf lukrativere Stellen zu verhindern.

Schreiben Sie der Autorin: julia.frisch@springer.com

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