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Kommentar zur „Amazonisierung“

Mehr am Patienten orientieren

Große Konzerne sind erfolgreich, weil sie ihren Kunden Vorteile bieten. Daran könnte sich das Gesundheitswesen ein Beispiel nehmen.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

Eine wohltuende Diskussion: Da treffen sich gestandene Akteure der Gesundheitsbranche mit einer Start-up-Unternehmerin und einem Medizinstudenten und diskutieren ohne Scheuklappen über eine „Amazonisierung“ des Gesundheitswesens.

Noch vor wenigen Jahren hätte es entrüstete Wortmeldungen gegeben, die alle Defizite der freien, ungehemmten Marktwirtschaft angeprangert, ethisch-moralische Bedenken geäußert und die Diskussion abgewürgt hätten. Dass es in Hamburg anders lief, ist der Aufgeschlossenheit der Teilnehmer, aber auch dem breiten Bewusstsein geschuldet, dass die bekannten Geschäftsmodelle großer Konzerne erfolgreich sind – weil sie ihren Kunden offensichtlich Vorteile bieten.

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Die Frage, ob sich Teile davon tatsächlich auf das Gesundheitswesen übertragen lassen könnten, lässt sich in einer 90-minütigen Diskussion nicht beantworten. Dafür müsste viel mehr darüber gesprochen werden, welche Erwartungen wir an unser Gesundheitswesen haben, wer diese Erwartungen erfüllen soll und was wir bereit sind, dafür zu zahlen.

Klar ist: Die Patientenorientierung wird zunehmen müssen. Diese auch in Hamburg gestellte Forderung lässt sich allerdings nur mit patientengerechter Sprache erreichen. Ausdrücke wie patient journey, digital devices, point of solutions, feelgood-manager, assets und convenience haben da nichts zu suchen – in den Wortmeldungen derjenigen, die patientengerechte Sprache in Diskussionsrunden predigen, erst recht nicht.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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