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Vorbeugung

Pädiater fordern frühe Prävention

BAD ORB (ras). Bei der nationalen Präventionsstrategie soll die frühe primäre Prävention in den Fokus gestellt werden. Dazu hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die Bundesregierung aufgefordert.

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Vielfach setze die Prävention heute erst an, wenn der Zug bereits abgefahren ist, kritisierte Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kürzlich beim Herbstkongress in Bad Orb.

So habe die jüngste Auswertung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gezeigt, dass Adipositasprogramme, die erst ab dem Alter von acht Jahren oder später ansetzen, praktisch keinerlei nachhaltige Effekte hätten. Solche Programme müssten daher schon früher im Kindesalter aufgelegt werden.

Sinnvoll sei zudem gerade für bildungsferne Familien die Kennzeichnung von Lebensmitteln über ein Ampel- oder Smilie-System.

Denn eine US-amerikanische Studie hätte belegt, dass eine leicht verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln tatsächlich auch solche Familien erreicht, die ihre Ernährungs- und Einkaufsgewohnheiten am dringendsten ändern müssten.

Für gesellschaftlich verankerte frühe Präventionsansätze plädierte Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des BVKJ, in Bad Orb. 20 Prozent der Kinder wüchsen in bildungsfernen Familien auf und erhielten dort kaum Anregungen zur Entwicklungsförderung.

Derzeit, so Fegeler, "brandet dieses Problem bei uns Ärzten vermehrt an." Diesen Kindern könne aber nicht primär medizinisch geholfen werden, sondern nur mit frühen Präventionsmaßnahmen, die aber weit über die Pädiatrie hinaus "gesamtgesellschaftlich" in der geplanten nationalen Präventionsstrategie verankert sein müssten.

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