Berufspolitik

Rheinland-Pfalz: Regionale Unterschiede bei U1 bis U9

An der Südlichen Weinstraße gehen offenbar mehr Eltern mit ihren Kindern zur Vorsorge als in Birkenfeld. Das zeigt eine Auswertung von Daten aus dem Landeskinderschutzgesetz. Warum das so ist, soll geklärt werden.

Von Christiane BadenbergChristiane Badenberg Veröffentlicht:
Bei der Kinderärztin: In Rheinland-Pfalz unterscheiden sich die Regionen bei der Zahl der Eltern, die eine Früherkennungsuntersuchung verpasst haben.

Bei der Kinderärztin: In Rheinland-Pfalz unterscheiden sich die Regionen bei der Zahl der Eltern, die eine Früherkennungsuntersuchung verpasst haben.

© Robert Kneschke / fotolia.com

MAINZ. Bei der Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchungen für Kinder gibt es in Rheinland-Pfalz große regionale Unterschiede. Das zeigt der Bericht der Landesregierung über die Umsetzung des Landeskinderschutzgesetzes.

So gingen beim Gesundheitsamt Birkenfeld pro 1000 unter 6-Jährigen 173 Meldungen ein, an der Südlichen Weinstraße waren es dagegen nur 107. Gemeldet werden Kinder, die von ihren Eltern trotz zweimaliger schriftlicher Benachrichtigung nicht beim Pädiater vorgestellt wurden.

Die Gründe für die regionalen Unterschiede sind bislang noch völlig unklar, sollen aber gemeinschaftlich von den Gesundheitsämtern und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte analysiert werden.

Das zentrale Einladungs- und Erinnerungssystem, das mit dem Landeskinderschutzgesetz im Jahr 2008 eingeführt wurde und seit 2009 umgesetzt wird, belastet den Landeshaushalt jährlich mit 1,25 Millionen Euro.

Davon gehen 600.000 Euro an die 24 Gesundheitsämter. 200.000 Euro werden für die Rückmeldungen der Ärzte benötigt, 450.000 Euro erhält das Zentrum für Kindervorsorge für die Organisation der Einladungen, Erinnerungen und Meldungen an die Gesundheitsämter.

"Für die rund 4500 Fälle, die erst durch Werbung und Intervention der Gesundheitsämter die Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen, entstehen dem Land pro Fall Kosten in Höhe von 280 Euro", ist dem Bericht zu entnehmen. "Aus Sicht der Landesregierung ist das gut investiertes Geld und dient einem gesunden Aufwachsen der Kinder", heißt es.

Schon bei der Präsentation des Berichts hatte Gesundheitsministerin Malu Dreyer gesagt: "Die Zahlen belegen, dass das Einladungswesen zu einer höheren Inanspruchnahme geführt hat, denn 4500 Kinder wären ohne die Intervention des Gesundheitsamtes sicher nicht zur Untersuchung gekommen."

Eines der größten Probleme bei der Umsetzung des Gesetzes ist die hohe Zahl der falsch-positiven Meldungen. 75 Prozent der an die Gesundheitsämter gemeldeten Fälle sind falsch-positiv.

Das bedeutet, es hat eine Untersuchung stattgefunden, aber die Eltern haben das Rückmeldeformular nicht abgeschickt oder der Kinderarzt die Meldung vergessen. Hier will das Gesundheitsministerium schnell gegensteuern.

Unter anderem sollen die Einladungs- und Erinnerungsschreiben überarbeitet werden. Zudem wird in neun Sprachen ein Flyer verbreitet, der über das Einladungs- und Erinnerungssystem informiert.

Lesen Sie dazu auch: Rheinland-Pfalz: Fast jedes Kind kommt zur Vorsorge

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Politik für die Schwächsten

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