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Linke fordert Klarstellung

Was macht die PKV mit Gesundheitsdaten?

Die Fraktion Die Linke will von der Bundesregierung wissen, was sie gegen einen möglichen Missbrauch von Gesundheitsdaten zu tun gedenkt, die von privaten Krankenversicherungen gesammelt werden.

Anne-Christin GrögerVon Anne-Christin Gröger Veröffentlicht:
Frisch, fromm, fröhlich, frei? Manche PKV will es wissen.

Frisch, fromm, fröhlich, frei? Manche PKV will es wissen.

© Syda Productions / Fotolia.com

KÖLN. Einige Abgeordnete um den Abgeordneten Harald Weinberg (Die Linke) haben beim Bundeskanzleramt eine Kleine Anfrage eingereicht.

Sie wollen wissen, was die Regierung davon hält, dass Unternehmen der privaten Krankenversicherung Gesundheitsdaten ihrer Kunden elektronisch sammeln und bei gesundheitsbewusstem Verhalten Rabatte und Prämiennachlässe für Krankenversicherungspolicen gewähren wollen (wir berichteten).

Hintergrund ist die Ankündigung der Generali-Gruppe, als erster großer Versicherer in Europa auf die elektronische Kontrolle von Fitness, Ernährung und Lebensstil zu setzen.

Kunden können demnach Vergünstigungen erhalten, wenn sie Sport treiben, nicht rauchen oder regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen.

Diese Informationen müssen sie in digitaler Form an den Versicherer weiterleiten, beispielsweise mittels einer App.

Daten gehen direkt zur Assekuranz

Der Axa-Konzern geht einen ähnlichen Weg. Erst kürzlich schloss er eine Kooperation mit dem Elektronikhersteller Samsung: Dessen Armbanduhr Gear 3 soll zusammen mit einem Samsung-Smartphone Fitnessdaten aufzeichnen und an die Axa weiterleiten.

Diese Informationen fließen dann in die Prämienkalkulation des Versicherers ein. Zwar ist das Angebot derzeit nur für Frankreich geplant, es ist allerdings nur eine Frage der Zeit, bis es auch auf den bundesdeutschen Markt ausgeweitet wird.

Regulierungsbedarf

Mit der Kleinen Anfrage der Linken ist das Thema in der Politik angekommen.

Weil der Markt für Gesundheits-Apps ständig wächst, wollen die Linken-Abgeordneten von der Bundesregierung auch wissen, wie sie das neue Segment zu regulieren gedenkt und wie sie verhindern will, dass die von Versicherern erhobenen Gesundheitsdaten an andere Unternehmen wie Marketingfirmen oder zu Ratingzwecken weitergeleitet werden.

Darüber hinaus wünschen sich die Abgeordneten auch eine Einschätzung der Regierung, inwiefern Menschen mit Behinderungen durch die neue Art der Prämienkalkulation diskriminiert werden könnten.

Die Linksfraktion erwartet, dass direkte Messungen am Körper zunehmend Bedeutung gewinnen werden. Sie befürchtet, "dass zukünftig Versicherungswillige abgelehnt werden, die sich nicht bereit erklären, bei dieser Datensammlung mitzumachen", heißt es in dem Dokument.

Junge und gesunde Kunden würden besser behandelt als kranke Versicherte und solche, die ihre Daten nicht preisgeben wollen. Sie müssten mit Beitragssteigerungen rechnen.

"Wenn sich bestätigt, dass sich der Versicherungskonzern Generali so tatsächlich Wettbewerbsvorteile verschaffen kann, ist zu befürchten, dass nach und nach immer mehr Versicherungen nachziehen werden, sodass es für die Versicherten kaum noch die Wahl geben wird, eine Versicherung ohne erweiterte Datensammlung und Offenlegung vieler sensibler Gesundheitsdaten zu erlangen."

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Fragen bis 26. Januar beantworten zu wollen.

Lesen Sie dazu auch: Kommentar zu Gesundheitsdaten: Ambitionierte Sparfüchse

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