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Amazon macht Apotheken Konkurrenz

Amazon übernimmt den US-Medikamentenversender PillPack – und vollzieht damit den Einstieg in die Gesundheitsversorgung.

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SEATTLE/BOSTON. Seit geraumer Zeit wird in einschlägigen Apothekermedien darüber spekuliert, wann der Onlinehändler Amazon auch als Arzneimittelversender reüssiert. Nun ist es soweit: Am Donnerstag teilte Amazon mit, eine definitive Vereinbarung zur Übernahme der Online-Apotheke PillPack unterzeichnet zu haben.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Manchester, nördlich Bostons, ist allerdings keine gewöhnliche Versandapotheke, die einfach Medikamentenbestellungen abwickelt. Vielmehr verblistert PillPack – die nach eigener Aussage Apothekenlizenzen in sämtlichen 50 US-Bundesstaaten besitzen – den individuellen Medikamentenbedarf für Patienten, die täglich fünf oder mehr Präparate einnehmen. Damit erfüllt das Unternehmen zugleich Funktionen des Medikationsmanagements. Potenzielle Zielgruppe: allein im Heimatmarkt laut PillPack rund 30 Millionen US-Bürger.

Unter dem Dach Amazons werde man dieses Geschäft auch außerhalb der USA etablieren, ließ CEO TJ Parker durchblicken. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung soll die Übernahme in der zweiten Hälfte dieses Jahres abgeschlossen sein.

Von Apothekerseite wurde der Deal vergleichsweise unaufgeregt zur Kenntnis genommen. Die "Deutsche Apothekerzeitung", die unlängst erst "Alle fürchten Amazon" titelte, kommentiert, der Online-Riese aus Seattle "könnte zu einem der größten und wichtigsten Player im Gesundheitsmarkt werden". Allerdings wird das nur auf die USA bezogen.

Das Branchenportal "Apotheke Adhoc" erinnert daran, das in Deutschland zwar schon vor Jahren mehrere Anbieter mit industriell aufgezogenen Blisterprojekten Schiffbruch erlitten. Angesichts der Kapitalkraft Amazons sei es aber "nur eine Frage der Zeit, bis der Konzern auch hierzulande mit voller Wucht aufschlägt". (cw)

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