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App hilft bei iPad-Desinfektion

Eine App bringt Ärzten in Praxis und Klinik bei, wie sie ihre Tablet-PC richtig reinigen. Sogar das Reinigungsprotokoll lässt sich automatisch versenden.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:
Tablet-PC sind in Praxis- und Klinikalltag teilweise vernachlässigte Keimschleudern. Die deBac-App soll das ändern.

Tablet-PC sind in Praxis- und Klinikalltag teilweise vernachlässigte Keimschleudern. Die deBac-App soll das ändern.

© [M] Eric Hood/iStockimage I PLRI

HANNOVER. Am P. L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) in Hannover hat eine Forschergruppe eine Applikation für Tablett-PC im Medizinbetrieb entwickelt, die den Nutzer schrittweise bei der richtigen Reinigung des Gerätes anleitet: die App "deBac-app".

"Sie ist nicht nur für Krankenhäuser, sondern auch für niedergelassene Ärzte ein interessantes Angebot und kann kostenlos im App Store von Apple bezogen werden", hat Dr. Urs-Vito Albrecht, Leiter der Forschergruppe MedAppLab am PLRI im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" berichtet.

Die neue App schließt eine Lücke, denn bisher gibt es keine Richtlinie zur Reinigung von Tablet-PC. Die Anwendung führt den Nutzer interaktiv durch den Prozess der Reinigung.

"Das Ganze wird automatisch protokolliert. Das Protokoll kann dann direkt weiterverschickt werden", so Albrecht.

Außerdem verfügt die App über eine Timer-Funktion, die individuell eingestellt werden kann. Sie erinnert die Nutzer regelmäßig an die Desinfektion.

Vor allem in Kliniken gehen die Geräte von Hand zu Hand

Der große Vorteil der mobilen Geräte im Klinik- und medizinischen Alltag birgt zugleich eine große Gefahr - dass sie zu Keimschleudern werden. Das Risiko steigt mit jedem neuen Gerät.

So wird gereinigt.

Laut einer Online-Studie des Marktforschungsinstituts Manhattan Research nutzen bereits 26 Prozent der befragten Mediziner ein mobiles Endgerät im Alltag. 40 Prozent gaben an, sich in den nächsten sechs Monaten ein solches Gerät anschaffen zu wollen, so das PLRI.

"Im Krankenhaus nutzen an einem normalen Arbeitstag viele verschiedene Menschen die Geräte, die Tablets gehen von Hand zu Hand und sind auch noch zum Verwechseln ähnlich", sagt Albrecht.

"Im Sinne der Patientensicherheit ist darum eine regelmäßige und effiziente Reinigung zur Erregerreduktion unerlässlich."

Ein Problemfall bleiben die Reinigungsmittel

"Eine Studie brachte den Nachweis, dass unter einer standardisierten Desinfektion eine bis zu 99-prozentige Erregerreduktion erreicht werden kann. Als Reinigungsmittel diente eine alkoholische Desinfektionslösung", so das PLRI.

Die Hersteller würden sich zum Thema Reinigungsmittel derzeit jedoch ausschweigen, sagt Albrecht. "Ein Hersteller hat früher Isopropanol offiziell empfohlen, also Alkohol, hat diese Empfehlung aber zurück gezogen - wohl aus Garantiegründen."

Die App "deBac-app" hat die PLRI-Arbeitsgruppe um Albrecht zusammen mit dem MHH-Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene und der Frobese GmbH Informationstechnologie entwickelt. Das PLRI ist eine gemeinsame Einrichtung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Technischen Universität Braunschweig.

www.debac-app.de

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 19.04.201214:46 Uhr

iPad-Desinfektion?

Richtige hilfreich ist dieser App für die iPad-Desinfektion und Tablet-PC-Reinigung nicht. Lt. Apple dürfen "keine Fensterreiniger, Haushaltsreiniger, Sprays, Lösungsmittel, alkoholhaltigen Reiniger, Ammoniaklösungen oder Scheuermittel" und damit keine üblichen Desinfektionsmittel verwendet werden. Das P. L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) schweigt sich aus, womit es denn eine bis zu 99-prozentige Erregerreduktion erreicht hat.

99 % entspricht verdächtig der bekannten Sagrotan®-Werbung. Was ist aber mit dem restlichen 1 Prozent der Keime im Krankenhausbereich? Sind das bevorzugt die Hochresistenten, für nosokomiale Erkrankungen bedeutsamen? Bei insgesamt 100 Millionen Keimen auf einem Tablet-PC bleiben übrigens immerhin noch 1 Million Keime übrig. Ist da etwa Octenisept®-Lösung zur äußerlichen Anwendung die Lösung? Und was ist mit den Computerviren, bin ich versucht zu fragen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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