Direkt zum Inhaltsbereich

Bundesregierung

Auseinandersetzungen um Bezahlung von Schutzmasken spitzen sich zu

Nach Medienberichten gehen immer mehr Unternehmen juristisch gegen das Bundesgesundheitsministerium wegen unbezahlter Rechnungen vor. Es geht um Lieferungen von Schutzausrüstung in der Pandemiezeit.

Veröffentlicht:
Verpackte Schutzausrüstung im Pandemielager in einer Lagerhalle. Über Bestellungen der Bundesregierung unter anderem von Schutzmasken und deren Bezahlung gibt es offenbar viele juristische Auseinandersetzungen.

Verpackte Schutzausrüstung im Pandemielager in einer Lagerhalle. Über Bestellungen der Bundesregierung unter anderem von Schutzmasken und deren Bezahlung gibt es offenbar viele juristische Auseinandersetzungen.

© Martin Schutt / dpa

Neu-Isenburg. Insgesamt rund 150 Unternehmen fordern nach Informationen der „Welt am Sonntag“ ausstehende Zahlungen für Schutzausrüstung ein, die an das Bundesgesundheitsministerium (BMG) geliefert worden sind. Dabei gehe es bisher um insgesamt 400 Millionen Euro, heißt es in einem Bericht der Zeitung.

Bereits 48 Lieferanten hätten nach Auskunft des Bonner Landgerichts Zivilklagen eingereicht, pro Woche kämen demnach etwa zehn Klagen hinzu. Das BMG spricht dagegen laut „WamS“ von Forderungen in Höhe von 59 Millionen Euro.

Verzweifelte Bemühungen um Schutzausrüstung

Hintergrund sind die verzweifelten Bemühungen des BMG, im Frühjahr Schutzausrüstung für Arztpraxen und Krankenhäuser zu ergattern. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Anfang April im Zuge der Coronavirus-Pandemie zentral Schutzmasken über ein sogenanntes Open-House-Verfahren bestellen lassen. Berichten zufolge soll der Gesamtwert der Bestellungen über vier Milliarden Euro betragen.

Laut „Welt am Sonntag“ ist damals jeder Firma, die eine Lieferung von mindestens 25.000 Stück garantiert, ein definitiver Zuschlag zugesagt worden – zu einem Preis von 4,50 Euro je FFP2-Maske und 60 Cent für eine Op-Maske. Das Ministerium sei aufgrund dieser Preise danach „mit Lieferungen überschüttet“ worden.

In den Verträgen sei vorgesehen gewesen, dass die Ware „zunächst unabhängig von ihrer Qualität innerhalb einer Woche bezahlt werden“ müsse. Das Ministerium rechtfertige ausgebliebene Zahlungen dennoch unter anderem damit, dass die gelieferten Produkte minderwertig gewesen seien. Einige Unternehmen klagen demnach nun darüber, dass die Bezahlung von Lieferungen etwa an die Länder Hessen und Bayern, anstandslos über die Bühne gegangen sei, vom Bund habe es dagegen kein Geld gegeben.

Den Angaben zufolge fordern Teile der Opposition nun, dass sich der Gesundheitsausschuss nach der Sommerpause mit den Vorgängen beschäftigt. (ger)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose

Arzt mit einem Modell des männlichen Harntrakts in der Hand spricht mit einem Patienten.

© Peakstock / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Bei urologischen Problemen: Fragen Sie Chatbot „Urobert“

Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben