Corona-Pandemie

Berg- und Talfahrt im Arzneimarkt

Die Marktdaten für Arzneimittel spiegeln die Vorgänge in den Praxen während der Pandemie wider. Nachfragespitzen folgten im März und April 2020 tiefe Einbrüche.

Veröffentlicht: 20.05.2020, 09:55 Uhr

Die COVID-19-Pandemie hat auch den Arzneimittelmarkt von Februar bis April mit erratischen Nachfrageschwankungen durchgeschüttelt. Auf wichtigen Teilmärkten zeichnete sich dabei ein ähnliches Entwicklungsmuster ab, wie aus Daten des Marktforschungsinstituts IQVIA hervorgeht.

Einer Phase moderaten Wachstums im einstelligen Bereich bei den nachgefragten Packungseinheiten folgten drei Peaks mit hohem zweistelligen Wachstum Anfang und Mitte März sowie in der dritten Aprilwoche, dazwischen aber steile Abstürze Ende März und in den beiden ersten Aprilwochen als Folge des ab 1. April geltenden Lockdowns. Diese beträchtlichen Schwankungen und insbesondere die rückläufigen Verkaufsmengen im April dürften auch die Inanspruchnahme der niedergelassenen Ärzte widerspiegeln. Die Entwicklung in einzelnen Marktsegmenten:

  • Onkologika: Das Mengenwachstum onkologischer Präparate liegt bis zum 27. April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei plus 8,2 Prozent. Ende Februar/Anfang März waren zwei kurzzeitige Nachfrage-Peaks um bis zu plus 30 Prozent zu beobachten, dem folgte ein steiler Einbruch bis zur ersten Aprilwoche. In der vierten Aprilwoche gab es wieder einen starken Anstieg der Nachfrage.
  • Antidiabetika: Das Marktwachstum bis zum 27. April liegt bei 5,6 Prozent. Bis Ende Februar stagnierte die Nachfrage auf Vorjahresniveau; dieser Phase folgten zwei kurzzeitige Nachfrage-Peaks mit einem Plus von bis zu 60 Prozent und einem Absturz ab Ende März. Ähnlich wie in anderen Therapiebereichen folgte in der vierten Aprilwoche ein starker Nachfrageanstieg.
  • Respiratorisches System: Die Nachfrage nach Arzneimitteln gegen Asthma/COPD sowie gegen Husten war bis zum 27. April um 6,6 Prozent rückläufig. Jedoch folgte in der dritten Märzwoche ein steiler Anstieg um bis zu 80 Prozent, dem dann jedoch ein starker Rückgang Ende März und im April folgte. (HL)
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