Fraktion macht Druck

Sachsen-Anhalt: CDU fordert neuen Krankenhausplan von Ministerin Grimm-Benne ein

Nach Ansicht des Magdeburger CDU-Landtagsfraktionschef Guido Heuer ist die Lage der Kliniken in Sachsen-Anhalt sehr ernst. Er mahnt unter anderem, sofort Kliniken und Kassen an einen Tisch zu holen.

Von Petra Zieler Veröffentlicht:
Die CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt macht SPD-Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne Druck und verlangt einen neuen Krankenhausplan.

Die CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt macht SPD-Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne Druck und verlangt einen neuen Krankenhausplan.

© Ronny Hartmann / dpa-Zentralbild / dpa / picture alliance (Archivbild)

Magdeburg. Die CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt macht dem SPD geführten Gesundheitsministerium Druck und verlangt einen neuen Krankenhausplan. Nicht auf Berlin warten, sondern Handeln, ehe es zu spät ist, forderten CDU-Landtagsabgeordnete auf ihrer Klausurtagung Mitte August von Ministerin Petra Grimm-Benne. Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Thüringen seien bereits aktiv.

Nach Ansicht von Fraktionschef Guido Heuer sei die Lage sehr ernst. Es gehe um nicht mehr und nicht weniger als den Erhalt einer bedarfsgerechten, qualitätsorientierten Krankenhausstruktur und darum, dass Kliniken erreichbar bleiben. Von den insgesamt 44 Krankenhäusern an 53 Standorten befänden sich die meisten in einer finanziellen Schieflage.

Die Defizituhr auf der Website der Landeskrankenhausgesellschaft weist ein aktuelles Minus von über 300 Millionen Euro aus, das pro Stunde um mehr als 15.000 Euro steige. Geschäftsführer Gösta Heelemann kritisiert: „Das System ist nicht krisenfest.“

Kosten stiegen deutlich stärker als die Erlöse. Die Forderung der CDU-Politiker deshalb: unverzüglich Träger der Kliniken sowie Krankenkassen an einen Tisch zu holen.

Forderung nach Pauschalförderung von mindestens 50 Millionen Euro

Es gehe darum, den Investitionsstau in den Krankenhäusern abzubauen und eine Pauschalförderung von mindestens 50 Millionen Euro zu gewähren.

Darüber hinaus müsse die Notfallversorgung im gesamten Bundesland gesichert sowie Zentrenbildung und sektorübergreifende Versorgung forciert werden. „Diese Beschlüsse stellen einen wichtigen Schritt zur langfristigen Sicherung der medizinischen Versorgung in Sachsen-Anhalt dar“, heißt es in einer Presseerklärung des Harzklinikums.

An den Standorten Wernigerode, Blankenburg und Quedlinburg werden jährlich rund 100.000 Patienten behandelt. Im Klinikverbund arbeiten rund 2.350 Beschäftigte. Geschäftsführer Dr. Matthias Voth wertet die Beschlüsse zugleich als Unterstützung für die Etablierung eines Zentralklinikums im Harz. „Nur so werden wir die strukturellen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung im Landkreis bewältigen können.“

Historisch gewachsene Doppelstrukturen

Das Zentralklinikum sei essenziell, um den Fachkräftemangel in der Ärzteschaft, Pflege und anderen Bereichen langfristig zu bewältigen, zumal in den nächsten zehn Jahren über 20 Prozent der Belegschaft in Rente gehen.

Zudem könnten historisch gewachsene Doppelstrukturen abgebaut werden, was angesichts des steigenden Kostendrucks und der knappen Personalressourcen dringend notwendig ist.

Das Harzklinikum bittet die Fraktionen im Land Sachsen-Anhalt dringend um Unterstützung bei der Berücksichtigung eines Sonder-Planungsetats in Höhe von rund 17 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2025/2026. Ohne diese Mittel könne kein Antrag zur Partizipation an den Transformationsfördermitteln der Bundesregierung gestellt werden.

Auch die FDP-Landtagsfraktion hatte bereits ein Gesamtkonzept für die Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt angemahnt. Ohne klare Planung befürchtet Konstantin Pott, der gesundheitspolitische Sprecher, einen ungeordneten Wegbruch einiger Krankenhausstandorte.“

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

ARE-Wochenbericht

Aktuell immer weniger Influenza-Erkrankungen

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?