Direkt zum Inhaltsbereich

Corona

COVID-19: Unlauteres Angebot zur Belegschafts-Testung

Bereichert sich ein Corona-Testanbieter auf Kosten des Steuerzahlers, wenn er Arbeitgebern kostenlose Belegschaftstestungen anbietet? Die Wettbewerbszentrale ist an einem Fall dran.

Veröffentlicht:
Gleiche Chancen für alle. Die Wettbewerbszentrale passt auf, dass sich keiner einen unzulässigen Vorteil verschafft. Das gilt auch für Corona-Testzentren

Gleiche Chancen für alle. Die Wettbewerbszentrale passt auf, dass sich keiner einen unzulässigen Vorteil verschafft. Das gilt auch für Corona-Testzentren

© styleuneed / stock.adobe.com

Bad Homburg. Die Wettbewerbszentrale geht gegen ein Testzentrum vor, das Arbeitgebern SARS-CoV-2-Diagnostik mit dem Versprechen anbietet, die Kosten dafür zahle die öffentliche Hand. Wie die Bad Homburger Wettbewerbshüter am Dienstag mitteilten, haben sie beim Landgericht Mannheim bereits eine Einstweilige Verfügung gegen den Betreiber des Testzentrums erwirkt (Az 25 O 36/21, noch nicht rechtskräftig).

Das beklagte Zentrum habe bei Unternehmen für Testungen „in Ihrem Hause“ geworben, heißt es, und dabei behauptet, „die Finanzierung erfolgt durch die Bundesregierung.“ Was nach Ansicht der Wettbewerbszentrale jedoch irreführend ist, da lediglich Bürgertestungen gemäß Coronavirus-Testverordnung kostenlos sind, nicht hingegen Tests, die Arbeitgeber laut SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ihren Mitarbeitern wenigstens zweimal wöchentlich auf eigene Rechnung anzubieten verpflichtet sind.

Wettbewerber gab den Hinweis

„Ein solches Angebot verzerrt den Wettbewerb in zweifacher Hinsicht“, erläutert Christiane Köber, Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale und verantwortlich für Rechtsfragen zur Gesundheitswirtschaft. Köber: „Zum einen erschließen sich Testzentren in unlauterer Weise neue Kundenkreise, zum anderen ersparen sich Arbeitgeber, die auf derartige Angebote eingehen, im Vergleich zu ihren Mitbewerbern erhebliche Kosten für Schnelltests.“ Aufmerksam auf die Offerte sei man durch einen Wettbewerber gemacht worden, selbst Testzentrumsbetreiber.

Zur Bekräftigung ihrer Position verweist Köber außerdem auf Angaben des Bundesgesundheitsministeriums, wonach „Unternehmen, wenn sie ihre Belegschaft oder der Einzelhandel und Restaurants ihre Kunden testen lassen wollen, selber für die Kosten aufkommen“.

Ob es in der aufgegriffenen Angelegenheit zu einem Hauptsacheverfahren kommt, sei noch nicht abzusehen, so Köber auf Nachfrage. Die Gegenseite habe bisher keinerlei Reaktion gezeigt, weder auf die Abmahnung, noch auf die Einstweilige Verfügung. In zwei Wochen wolle sie das Unternehmen anschreiben und auffordern, die EV als endgültig anzuerkennen. Weitere Fälle dieser Art seien ihr nicht bekannt. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neurologin gibt Tipps

So gehen Sie bei Schwindel richtig vor

Heute Preisverleihung

Galenus-von-Pergamon-Preis: Das sind die Kandidaten

Lesetipps
Frau in der Arztpraxis hält sich den Kopf fest

© CineLens / peopleimages.com / Stock.adobe.com

„Rettungskiste“ für die Praxis

Chronische Schmerzen: 5 Tipps fürs Patientengespräch

Porträt von Professor Helmut Schatz

© airborne77 / stock.adobe.com

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?