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Unfallversicherung

Corona als Berufskrankheit: Schwelle von 100.000 Fällen überschritten

84 Menschen haben sich seit Pandemiebeginn im beruflichen Kontext mit dem Coronavirus infiziert und sind daran gestorben, zeigt eine aktuelle Auswertung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Während der Arbeit mit Corona infiziert trotz aller Schutzmaßnahmen? Mehr als 100.000 Arbeitnehmer teilen inzwischen dieses Schicksal.

Während der Arbeit mit Corona infiziert trotz aller Schutzmaßnahmen? Mehr als 100 .000 Arbeitnehmer teilen inzwischen dieses Schicksal.

© Christoph Soeder / dpa

Berlin. Die fortschreitende Corona-Pandemie schlägt sich auch zunehmend im Berufskrankheitengeschehen nieder. Wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Dienstag mitteilte, stieg die bei Berufsgenossenschaften (BG) und Unfallkassen bis Ende August 2021 anerkannten Fälle von COVID-19 als Berufskrankheit (BK) auf mehr als 100 .000 an. Hinzu kämen noch mehr als 10 .000 Fälle, in denen eine COVID-19-Erkrankung als Arbeits- oder Schulunfall anerkannt worden sei.

Die Pandemie beeinflusse damit auch weiterhin das Versicherungsgeschehen in der gesetzlichen Unfallversicherung. Nach vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2021 gab es laut DGUV deutlich mehr Berufskrankheiten, während Arbeits- und Wegeunfälle unter dem Niveau des Jahres 2019 blieben. „Diese Zahlen erinnern uns daran, welche Wucht das Coronavirus gerade in den kalten Monaten entfalten kann“, kommentiert DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Hussy die Statistik.

Trotz umfassender Schutzmaßnahmen hätten sich viele Menschen bei der Arbeit angesteckt, vor allem im Gesundheitswesen. Bislang fehle es noch an Daten, um die Folgewirkungen abzuschätzen; insbesondere sei noch unklar, wie viele Versicherte an Long-COVID litten.

Dringender Appell an Arbeitnehmer, sich impfen zu lassen

Angesichts der Verbreitung der Deltavariante des Coronavirus SARS-CoV-2 und der bevorstehenden kalten Jahreszeit appelliert Hussy angesichts der am Montag gestarteten, bundesweiten Impf-Aktionswoche an die Impfbereitschaft der Arbeitnehmer: „Wenn Sie sich impfen lassen können, aber es noch nicht gemacht haben: Lassen Sie sich impfen!“ Impfangebote seien unter www.hierwirdgeimpft.de zu finden.

Auch wenn Arbeitsplätze nicht der Hauptort für Infektionen seien, spielten sie dennoch eine Rolle, so die DGUV mit Verweis auf konkrete Zahlen – seit Beginn der Pandemie habe sie bei 103 .244 Versicherten COVID-19 als Berufskrankheit und bei 10 .202 Versicherten als Folge eines Arbeits- oder Schulunfalls anerkannt. Mit 78 .294 festgestellten berufsbedingten Erkrankungen entfalle der Großteil des Geschehens auf den Zeitraum von Januar bis einschließlich Juni 2021. Vor allem Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege seien betroffen. Insgesamt starben seit Ausbruch der Pandemie bis Ende des Vormonats 84 Versicherte infolge einer berufsbedingt erworbenen Erkrankung an COVID-19.

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