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Siemens und Varian

Diagnostik und Therapie unter einem Dach

Von der Labordiagnostik über die Bildgebung bis hin zu Strahlentherapie: Durch die Übernahme von Varian will Siemens Healthineers die Versorgung von Krebspatienten aus einer Hand anbieten.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Bernd Montag, Vorsitzender der Geschäftsführung des Medizintechnikkonzerns Siemens Healthineers, will mit der Übernahme von Varian die Versorgung von Krebspatienten aus einer Hand anbieten. (Archivbild)

Bernd Montag, Vorsitzender der Geschäftsführung des Medizintechnikkonzerns Siemens Healthineers, will mit der Übernahme von Varian die Versorgung von Krebspatienten aus einer Hand anbieten. (Archivbild)

© Daniel Karmann/dpa (Archivbild)

Erlangen/Palo Alto. Der Paukenschlag kam Anfang August: Siemens Healthineers kündigte an, das US-amerikanische Unternehmen Varian Medical Systems für 16,4 Milliarden US-Dollar (13,78 Milliarden Euro) zu übernehmen. Der Zusammenschluss schaffe ein weltweit führendes Unternehmen im Gesundheitswesen mit einem umfangreichen Portfolio zur Krebsbekämpfung, hieß es. Varian mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien, ist Spezialist für Hardware- und Softwaresysteme in der Strahlentherapie.

Siemens Healthineers würde mit der Übernahme, die im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden soll, einen großen Schritt in der langfristigen Strategie vorankommen, die Versorgungskette von der Labordiagnostik über bildgebende Verfahren inklusive molekularer Bildgebung bis hin zur Strahlentherapie unter einem Dach zu integrieren.

Einstieg in den Labormarkt

Bereits lange vor der Ausgründung von Siemens Healthineers war die Medizinsparte von Siemens, damals vor allem Spezialist für Bildgebung, in den Labormarkt eingestiegen und hatte zunächst Bayer Diagnostics und dann das US-Unternehmen Diagnostic Products Corporation (DPC) übernommen.

Die Übernahme von Varian wäre nun der nächste große Schritt in Richtung Therapieverfahren, denn das Unternehmen hat zum Beispiel Linearbeschleuniger und Software zur Behandlung von Krebs und anderen Erkrankungen mit Strahlentherapie, Radiochirurgie, Protonentherapie und Brachytherapie im Portfolio. Varian entwickelt zudem Software für die Verwaltung von Krebskliniken, Strahlentherapiezentren und medizinischen Onkologiepraxen.

Strategische Zusammenarbeit

Der Zusammenschluss der beiden Unternehmen kommt insofern nicht ganz überraschend, als beide bereits seit 2012 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft eng zusammenarbeiten. Ziel ist es seitdem, die Therapiesysteme von Varian mit der Bildgebung von Siemens Healthineers zu verbinden.

Bereits innerhalb der ersten zwölf Monate nach Vollzug des Erwerbs, dem der Varian-Vorstand zugestimmt hat, soll die Übernahme einen positiven Effekt auf das Ergebnis je Aktie haben, kündigte Siemens Healthineers an.

Die 16,4 Milliarden US-Dollar (177,50 US-Dollar je Aktie) will das Unternehmen zu 50 Prozent durch eine Emission von Eigenkapital aufbringen. Dadurch würde sich der Anteil der Muttergesellschaft Siemens verringern, der Anteil des Streubesitzes würde gestärkt. Varian hat den Angaben zufolge 2019 einen Erlös von 3,2 Milliarden US-Dollar und eine operative Marge von rund 17 Prozent erzielt. Derzeit arbeiten laut Mitteilung rund 10 .000 Mitarbeiter weltweit für das Unternehmen.

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