Direkt zum Inhaltsbereich

Priorisierung

Drei von vier Kliniken verschieben Op – „COVID-19-Radar“ gefordert

Immer mehr elektive Eingriffe müssen verschoben werden. Rechtliche Vorgaben dafür gibt es keine. Die Stiftung Patientenschutz fordert „transparente Kriterien“ – und ein neues Radar.

Veröffentlicht: | aktualisiert:
Ein Patient wird auf der COVID-19-Intensivstation des Klinikum „Rechts der Isar“ von einer Fachkraft medizinisch betreut.

COVID-19-Patienten auf einer ITS: Andere Eingriffe müssen verschoben werden.

© Peter Kneffel / dpa

Dortmund. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert die Einführung eines „COVID-19-Radars“ für Krankenhäuser und einheitliche Kriterien für die Verschiebung elektiver Eingriffe.

Um Klarheit zu schaffen, wann ein Krankenhaus an seine Belastungsgrenze stößt, sollte dieser Radar tagesaktuell „COVID-19-Erkrankte, Corona-Infizierte und -Verstorbene sowie die Auslastung der belegbaren Betten auf allen Stationen“ dokumentieren, sagte Vorstand Eugen Brysch am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft würden derzeit in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser planbare Op verschoben. „Die Lage ist wirklich zunehmend dramatisch und führt bei einem Teil der abgesetzten Behandlungen auch zu körperlichen und psychischen Belastungen bei den betroffenen Patienten“, teilte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, in Berlin mit. Für die Krankenhäuser sei die Verschiebung planbarer Operationen derzeit das Mittel der Wahl, um die Versorgung akuter Fälle weiter leisten zu können.

Derzeit keine rechtlichen Vorgaben

Derzeit würden planbare Operationen verschoben, ohne dass es für dieses rechtlich unbestimmte Kriterium klare Vorgaben aus der Politik gebe, sagte Brysch. Praktisch sei dies oft „für Patienten nicht nachvollziehbar“. „Denn es reicht von Hüft-Op bis zu Krebstherapien.“

Bund und Länder riefen dazu auf, planbare Operationen abzusagen, ohne dass es verbindliche Indikatoren gebe, die solche medizinischen Eingriffe definierten, so Brysch. „Somit bestimmt jedes Krankenhaus selbst, welcher Patient therapiert wird und welcher aktuell keine Hilfe bekommt. Auch ist nicht klar, ob davon überproportional gesetzlich Versicherte betroffen sind.“

Lesen sie auch

Allerdings gibt es Handlungsempfehlungen für die Teams in den Krankenhäusern. Nach Ansicht der Patientenschützer haben Bund und Länder die Pflicht, „sofort für transparente und nachvollziehbare Kriterien zu sorgen. Nach eineinhalb Jahren Pandemie sind die überfällig, um Patienten zu schützen“. (KNA/dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Druck auf Personalbestand

Studie: Warkens GKV-Gesetz bringt Krankenhäuser in Konkursgefahr

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Symposium der Paul-Martini-Stiftung

COVID-19 akut: Früher Therapiestart effektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hantavirus und Ebolavirus

Was Patienten brauchen, die Sorge vor einem neuen Virusausbruch haben

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte