gematik

E-Rezept-App hat nun eine Familienfunktion

Mehrwert für Anwendungen über die Telematikinfrastruktur wird immer wieder gefordert. Laut gematik bietet die E-Rezept-App ab sofort genau das: über eine Familienfunktion.

Veröffentlicht:
Apotheken sind flächendeckend mit Software für E-Rezept ausgestattet, 8500 Apotheken sind komplett „E-Rezept-ready“, können also jederzeit ein E-Rezept annehmen, beliefern und abrechnen. Die App bietet ab sofort auch Mehrwert für die Familie.

Apotheken sind flächendeckend mit Software für E-Rezept ausgestattet, 8500 Apotheken sind komplett „E-Rezept-ready“, können also jederzeit ein E-Rezept annehmen, beliefern und abrechnen. Die App bietet ab sofort auch Mehrwert für die Familie.

© Erik Hinz/ABDA/DAV/obs

Berlin. Ausgestellte E-Rezepte für Kinder, die noch nicht selbst geschäftsfähig sind, oder für Eltern, die pflegebedürftig sind, können ab sofort über eine oder mehrere E-Rezept-Apps zentral, also für die ganze Familie, verwaltet werden. Das hat die gematik am Montag gemeldet.

Konkret bedeute dies, dass eine Mutter oder ein Vater über die eigene E-Rezept-App nicht nur die eigenen Rezepte, sondern auch die der Kinder verwalten könne. Voraussetzung dafür sei, dass die NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte (eGK) und die dazugehörige PIN für die Kinder bei der Krankenkasse beantragt und anschließend in der App auf dem Smartphone der Eltern angemeldet werden.

NFC ist die Abkürzung für Near Field Communication. NFC-fähige eGK können kontaktlos Informationen auf NFC-fähige Smartphones übertragen, so wie bei einem Bezahlvorgang mit NFC-fähigen ec- oder Kreditkarten.

E-Rezepte der Kinder gehen aufs Handy der Eltern

Die Anzahl an Profilen, die in der App bereitgestellt werden, sei nicht begrenzt, schreibt die gematik weiter in der Mitteilung. Zudem sei es möglich, dass beide Elternteile ein Profil für ihre gemeinsamen Kinder anlegen. Dann empfingen beide die Rezepte und könnten sie digital einlösen. Die Funktion könne auch für Angehörige genutzt werden, die selbst kein Smartphone haben, oder den Weg zur Apotheke selbst nicht mehr schaffen.

Marcel Weigand von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland sieht laut gematik-Mitteilung die Familienfunktion des E-Rezepts als Entlastung im Alltag an.

„In Deutschland gibt es viele Menschen, die auf Unterstützung bei der Besorgung von Medikamenten angewiesen sind, wie zum Beispiel zu pflegende Angehörige. Umso wichtiger ist es, dass digitale Anwendungen wie die E-Rezept-App über eine entsprechende Funktion verfügen“, wird Weigend in der Mitteilung zitiert. Rezepte für Familienmitglieder oder Angehörige zu besorgen werde damit deutlich einfacher.

Anfragen via App an die Apotheke vor Ort möglich

„Die Möglichkeit, etwa für Angehörige, die nicht mehr gut zu Fuß sind, oder für die eigenen Kinder E-Rezepte einzulösen, wird mit der Familienfunktion Wirklichkeit“, kommentiert Marcel Basquitt, der bei der gematik für die E-Rezept-App zuständig ist. Zudem könne vorab bei der Apotheke angefragt werden, ob ein Medikament abgeholt werden kann oder es erst noch bestellt werden muss.

Unnötige Wege entfielen damit auch für die Person, die die Profile auf dem Smartphone verwaltet. Dies sei ein weiteres Argument dafür, sich die App herunterzuladen, so Basquitt laut Mitteilung. (ger)

Mehr zum Thema

Praxisertrag steigern

Wie Hautarztpraxen mit digitalen Anwendungen dazu gewinnen

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die EMA hat eine Empfehlung für einen effizienteren Einsatz des Affenpocken-Impfstoffs Imvanex veröffentlicht. Wird das Präparat nicht subkutan gespritzt, sondern in die Haut, reicht demnach ein Fünftel der herkömmlichen Dosis.

© Sven Hoppe / dpa

Imvanex®

EMA empfiehlt Weg für effizientere Nutzung von Affenpocken-Impfstoff

Noch herrscht im Regierungsviertel zwar Ruhe, untätig sind die Politiker deshalb aber nicht.

© undrey / stock.adobe.com

Die Wochenkolumne aus Berlin

Die Glaskuppel: Die Politik döst nicht

Die monoklonalen Antikörper Tixagevimab und Cilgavimab (Evusheld™) werden zur SARS-CoV-2-Prä-Expositionsprophylaxe bei bestimmten Personengruppen empfohlen.

© LUONG THAI LINH / EPA / picture alliance

SARS-CoV-2-PrEP und Corona-Impfung

STIKO erweitert Evusheld™- und Nuvaxovid-Empfehlung