Unkrautvernichter

EU setzt auf mehr Transparenz bei Glyphosat-Zulassungen

Veröffentlicht:

STRAßBURG. Nach der umstrittenen Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat in Europa sollen Genehmigungen für Lebensmittel und Pestizide transparenter werden. Auf einen entsprechenden Kompromiss einigten sich in der Nacht auf Dienstag Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments. Die Einigung soll sicherstellen, dass die für die Zulassung herangezogenen Studien verlässlich und unabhängig sind.

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat war 2017 in der EU nach monatelangem Streit für weitere fünf Jahre zugelassen worden. Gegen das Mittel hatte es vor allem in Deutschland Proteste gegeben. Es steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Zuletzt wurden im EU-Parlament auch Vorwürfe laut, die zuständige Prüfbehörde – das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung – habe in ihrer Risikobewertung von der Industrie abgeschrieben.

Der nun gefundene Kompromiss sieht vor, dass die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa bei der Zulassung von Produkten vorab über alle vorliegenden Studien informiert wird. So soll Herstellern die Möglichkeit genommen werden, unliebsame Studien unter Verschluss zu halten. Bei Zweifeln an den von den Unternehmen erbrachten Nachweisen soll die Behörde auch selbst Studien in Auftrag geben können.

Bürger sollen ebenfalls Zugriff auf die Studien bekommen. Nur in besonderen Fällen können Informationen geheimgehalten werden – etwa, wenn deren Veröffentlichung den Firmen gravierenden wirtschaftlichen Schaden zufügen könnte. Bevor die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen formell noch das EU-Parlament und der Rat der Mitgliedstaaten grünes Licht geben. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

ePA-Plattformen

KI und neue Anbieter sollen die ePA voranbringen

Auswirkung auf Arzneiversorgung

Pharmaindustrie warnt vor Helium-Engpässen durch Irankrieg

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

α-Synuclein-Abbau fördern

Parkinson: Wieso guter Schlaf besonders präventiv wirkt

Lesetipps
ein medizinisches Kreuz zwischen zwei Händen

© Vital Stock / Generated with AI / Stock.adobe.com (KI-generiert)

Tipps zur Übergabe

Verkauf geplant? So steigern Sie den Wert Ihrer Praxis