Nanopartikel

Fördergelder für Ermittlung der Nanotoxizität

Forscher wollen neue Tests für die Gefährdungsbeurteilung durch Nanomaterialien in den Atemwegen entwickeln.

Veröffentlicht: 15.06.2016, 14:27 Uhr

NEUHERBERG. Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München haben im Rahmen des EU-Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020 über eine Million Euro eingeworben.

Dr. Tobias Stöger und Dr. Otmar Schmid vom Institut für Lungenbiologie und des Comprehensive Pneumology Center (CPC) werden laut Helmholtz die Fördersumme dazu nutzen, neue Tests für die Gefährdungsbeurteilung durch Nanomaterialien in den Atemwegen zu entwickeln. Diese könnten unter anderem dazu beitragen, den Bedarf für aufwändige Tests zu reduzieren.

Beurteilung aufwändige Prozedur

In der Forschung werden verschiedene Ansätze erprobt, wie Nanopartikel medizinisch genutzt werden könnten, aber ihnen können auch gefährliche Eigenschaften innewohnen. Um eine solche Gefährdung durch Nanomaterialien zu beurteilen, sei momentan eine komplexe und aufwändige Prozedur nötig.

Neben einer vollständigen Materialcharakterisierung seien auch jeweils kontrollierte Expositionsstudien notwendig, um die toxikologische Unbedenklichkeit zu gewährleisten.

Im Rahmen des mit acht Millionen Euro geförderten EU-Projektes SmartNanoTox strebten nun elf europäische Forschungspartner, unter ihnen das Helmholtz Zentrum München, an, ein neues Konzept für die toxikologische Bewertung von Nanomaterialien zu erarbeiten.

Schwerpunkt bei Gefahrenanalyse auf Atemwegstrakt

Der Biologe Stöger und der Physiker Schmid, beide Arbeitsgruppenleiter am Institut für Lungenbiologie, erhofften sich dank moderner Methoden einen Fortschritt bei der Beurteilungspraxis. "Wir möchten durch moderne systembiologische Ansätze, Computermodellierung und entsprechende statistische Verfahren verlässlichere Vorhersagen zur Nanotoxizität treffen", so Stöger.

Die Experten konzentrierten sich dabei vor allem auf den Atemwegstrakt. Dazu definieren sie repräsentative toxische Nanomaterialien und untersuchen eingehend deren Struktur und die verschiedenen molekularen Wirkmechanismen, die zu deren Toxizität führen. Diese Daten würden digitalisiert und in eine Referenzdatenbank für neue Materialien überführt. (maw)

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