Projekt Nachtigall

Google sichert sich Millionen Patientendaten

Veröffentlicht: 12.11.2019, 13:20 Uhr

Mountain View. Über die Kooperation mit der großen Klinik- und Ärzte-Kette Ascension in 21 US-Staaten hat sich der Internet-Konzern Google den Zugriff auf die medizinischen Daten vieler Millionen Patienten gesichert. Ascension ist der bisher größte Cloud-Computing-Kunde von Google im US-Gesundheitswesen. Die zusätzliche engere Kooperation hat die Alphabet-Tochter bestätigt. Zuvor hatte die Zeitung „Wall Street Journal“ über die Zusammenarbeit berichtet, die bereits seit 2018 laufen soll.

Ziel der Partnerschaft ist laut Google, die technische Entwicklung, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, voranzutreiben. Durch die „Project Nightingale“ (Projekt Nachtigall) genannte Initiative erhält Google laut Zeitungsbericht Zugriff auf Millionen Daten von Patienten aus 21 Bundesstaaten.

Die Daten, auf die Google nun zugreifen kann, umfassen demnach Laborergebnisse, ärztliche Diagnosen, Krankenhausaufenthalte sowie die vollständige Gesundheitshistorie des Patienten, inklusive dessen Name und Geburtsdatum. In seiner Stellungnahme hat Google Kritik von Datenschützern zurückgewiesen. Patientendaten würden häufig elektronisch verwaltet. Man halte sich hier an strenge Richtlinien in Bezug auf Datenschutz.

Auch die Internet-Konzerne Apple und Amazon versuchen derzeit mit Macht, einen Fuß in die Tür des Gesundheitswesens zu bekommen. Sie sind aber bisher noch nicht so weit gekommen wie jetzt Google. (mu)

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Kommentare
Dipl.-Psych. Ebers

Google steht halt für Fortschritt und ebnet Wege - kostet sicherlich zwar ein bisschen, aber wer hat, der hat.
Da muss der Bertelsmannkonzern mit seiner "Stiftungsarbeit" und deren Studien noch viel belegen, was die Patienten alles wollen und brauchen, die Strohmänner entsprechend etabliert sein und den Leuten über einschlägige, konzernnahe Medien entsprechend Angst (ohne gute Daten, keine gute Behandlung) gemacht werden.
Ärzte kriegen wieder ein paar Brocken, auch Psychotherapeuten ein paar Krümmel, Physios, Pflege & Hebammen Hoffnung auf höheren gesellschaftlichen €-Respekt. Frau Mohn und Bertelsmann beweisen Geduld (Bertelsmann-Studie (=geplante Vorgehensweise) zur elektronischen Patientenakte war schon 2015 fertig) - Institutionenmarsch spart Investitionskapital. Die TI-Struktur wird gerade zwangsweise etabliert - ärztliche Ethik wird lt. Bertelsmann-Studie 2015 als traditionalistisch abgetan: der moderne Arzt sei Begleiter des Google-informierten Patienten. Datenschutz ? - braucht eh keiner!


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