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Kommentar zur Causa Ludwigshafen

In alter Kohl‘scher Manier?

Es gibt keinen Corona-Impfzwang für Mitarbeiter. Das muss die Leitung des Klinikums Ludwigshafen offensichtlich noch lernen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

Dem verstorbenen Altkanzler und gebürtigen Ludwigshafener Helmut Kohl wird zugeschrieben, jede Krise stoisch ausgesessen zu haben. Hat er mit Hans-Friedrich Günther, seines Zeichens Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen (KliLu), einen Seelenverwandten gefunden?

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Günther fühlt sich angesichts der weiter bestehenden Pandemielage offensichtlich nahezu messianisch dazu berufen, seine Belegschaft mit der Corona-Schutzimpfung zu beglücken – zum Wohle und zur Sicherheit der Patienten im Haus. Dazu nimmt er eine manichäisch anmutende Haltung ein – die „Guten“, also die impfwilligen Mitarbeiter, dürfen bleiben, die „Schlechten“ müssen gehen, jedenfalls wenn sie noch in der Probezeit sind.

Dem noblen Willen im Auftrag der Patientensicherheit steht allerdings das Arbeitsrecht eines demokratisch verfassten Staates entgegen. Dass der entsprechende Hinweis des hauseigenen Betriebsrates ignoriert wird, der laut Gewerkschaft sein Veto gegen die Beendigung von Mitarbeiterverhältnissen in der Probezeit ausgesprochen habe, die einzig und allein auf die Impfunwilligkeit zurückzuführen sein soll, könnte man – zur Gesichtswahrung – als Betriebsunfall durchgehen lassen.

Besser aufklären statt drohen

Dass es nun aber der Intervention der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) sowie des Präsidenten der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz bedarf, um öffentlichkeitswirksam auf die himmelschreiende Unrechts-Situation am zweitgrößten Krankenhaus in Rheinland-Pfalz aufmerksam zu machen, ist schlicht ein Armutszeugnis.

Ebenfalls kein Ruhmesblatt in der Causa KliLu hat sich die Landeskrankenhausgesellschaft verdient, die sich deutlich hätte positionieren können, sowie die Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD), die lokalen Medien gegenüber bekundete, es sei nicht die Aufgabe des Aufsichtsrates, in das laufende Geschäft der KliLu-Geschäftsführung einzugreifen.

Den überzeugt oder kontraindiziert impfunwilligen Mitarbeitern bleibt nur zu wünschen, dass sie sowohl das Aussitzen in alter Kohl‘scher Manier beherrschen als auch einen versierten Arbeitsrechtler zur Hand haben.

Der KliLu-Leitung sei der Hinweis gegeben, dass es sich auch in der Politik oft bewährt hat, statt auf Konfrontation auf Kooperation zu setzen. Umfassende Aufklärung über die Corona-Schutzimpfung könnte sicherlich die Sanktionsandrohung in vielen Fällen überflüssig machen.

Schreiben Sie dem Autor: matthias.wallenfels@springer.com

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Kommentare
Claus F. Dieterle 30.06.202113:15 Uhr

Der Belegschaft des Klinikums wünsche ich Durchsetzungsvermögen gegen den Impfzwang. Dazu sind mir diese Zitate eingefallen:

Hab ich das Recht zur Seite, schreckt dein Droh´n mich nicht. Sophokles
Hindernisse belebn die Enegie und schärfen die Klugheit. Wilhelm von Humboldt
Recht muss doch Recht bleiben. Pslam 94,5

Und vielleicht verweigern auch Mitarbeiter die Impfung aus ethischen Gründen!?
Siehe auch "Corona-Impfstoffe aus ethischer Sicht" des Vereins "Ärzte für das Leben".

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