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Kommunikateure im Gesundheitswesen gesucht

Kommunikationsprofis im Healthcare-Sektor stehen vor einem ähnlichen Problem wie Ärzte. Die Branche treibt die Sorge um den beruflichen Nachwuchs um.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Das waren noch Zeiten: Doch mit der Flaschenpost wird heute kaum mehr kommuniziert - zielgerichtete Ansprache ist gefragt, auch im Healthcare-Sektor.

Das waren noch Zeiten: Doch mit der Flaschenpost wird heute kaum mehr kommuniziert - zielgerichtete Ansprache ist gefragt, auch im Healthcare-Sektor.

© Gina Sanders / fotolia.com

HAMBURG. Nachwuchs gesucht - das gilt nicht nur für Ärzte und Pflegekräfte, sondern auch für Kommunikationsprofis, die im Gesundheitswesen tätig sind.

"Irgend was mit Medien oder Kommunikation": So äußern sich junge Menschen oft, wenn sie nach ihren Berufswünschen gefragt werden. Werbung, PR und Journalismus sind deshalb Berufe, in denen überdurchschnittlich viele jüngere Menschen arbeiten.

Nur für die Gesundheitsbranche kommunizieren vergleichsweise wenige von ihnen, wie vor Kurzem auf dem Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft in Hamburg, bei dem die "Ärzte Zeitung" Medienpartner war, deutlich wurde.

Initiator Siegmar Eligehausen sprach sich dafür aus, verstärkt den Nachwuchs an die Kommunikationsberufe im Gesundheitswesen heranzuführen.

Um bestehende Lücken zu füllen, müssten aber auch Angebote für Seitenwechsler geschaffen werden - etwa Schulungen für Medizinjournalisten, die in die PR für Gesundheitsunternehmen einsteigen wollen.

Eine Ursache für den Nachholbedarf sieht Eligehausen in der schwankenden Bezahlung, die stark von der im jeweiligen Unternehmen angesiedelten Position in der Firmenhierarchie abhängt.

Hinzu komme, dass die zu vermittelnde Materie vergleichsweise komplex sei und viel Vertrauen in die handelnden Personen gesetzt werden müsse.

Und: Der mit der Kommunikationsbranche oft assoziierte Glamoureffekt, der etwa durch die Mode- oder Unterhaltungsindustrie entstanden ist, weicht im Gesundheitswesen schnell der Realität - nämlich der Beschäftigung mit Themen wie Krankheit und Tod.

Neben dem Nachwuchsmangel sieht Eligehausen Nachholbedarf besonders für die interne Kommunikation der Gesundheitsunternehmen. Diese wird nach seiner Beobachtung häufig zu Lasten externer Maßnahmen vernachlässigt.

Grund für den Fokus auf die externe PR ist nach seiner Ansicht der aus dem steigenden Wettbewerb resultierende Wunsch nach Abgrenzung von anderen Unternehmen.

Diese einseitigen Bemühungen halten viele Experten für gefährlich. Auf dem Kongress betonten mehrere Fachleute die Bedeutung der internen Kommunikation. Jeder Mitarbeiter, so hieß es, sei in seinem privaten Umfeld auch ein Öffentlichkeitsarbeiter für sein Unternehmen.

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