Telematikinfrastruktur

Konnektoren von T-Systems müssen raus

T-Systems wird für seine Konnektoren keine Updates für die Patientenakte liefern. Ärzte können die Geräte aber gegen Secunet-Konnektoren austauschen. Die Kosten für die Hardware trägt das Unternehmen.

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 12.03.2020, 14:56 Uhr
Konnektoren von T-Systems müssen raus

Ein Telekom-Konnektor: Ärzte können die Geräte aber gegen Secunet-Konnektoren austauschen. Die Kosten für die Hardware trägt das Unternehmen.

© ©Telekom

Berlin. Ärzte, die einen Konnektor von T-Systems in ihrer Praxis installiert haben, können das Gerät in der zweiten Jahreshälfte austauschen. Das hat die Betriebsgesellschaft der Telematikinfrastruktur (gematik) am Donnerstag mitgeteilt.

Neuer Partner von T-Systems, der die Konnektoren an die Praxen liefert, ist der bisherige Konkurrent Secunet. Die Kosten für die neue Hardware werden von T-Systems übernommen, die betroffenen Ärzte bleiben Kunden von T-Systems, heißt es in der Mitteilung der gematik.

Konnektor-Updates stehen an

Hintergrund ist, dass in diesem Jahr die Updates für die E-Health-Anwendungen, also das Notfalldatenmanagement, der elektronische Medikationsplan und das Kommunikationsmodul KOM-LE sowie zum Jahresende für die E-Patientenakte anstehen. Bisher hat nur Marktführer CompuGroup Medical (CGM) die Zulassung für den E-Health-Konnektor bekommen und testet die ersten Anwendungen im Feld. Diese E-Health-Anwendungen will T-Systems nun nicht mehr selbst entwickeln.

Ob Secunet zum Zeitpunkt des Austausches bereits Konnektoren mit den entsprechenden Updates ausliefern kann, ist noch unsicher. Secunet hofft nach eigenen Angaben, im März die Zulassung für einen Feldtest für den E-Health-Konnektor zu bekommen. „Die finale Zulassung ist aktuell für Juni 2020 avisiert“, heißt es auf Anfrage. Dieser Prozess werde aber nicht allein von Secunet gesteuert, so das Unternehmen.

Die gematik geht jedenfalls davon aus, dass „der geplante Austausch der Konnektoren keinen Einfluss auf den Zeitplan zur Einführung der elektronischen Patientenakte haben“ wird, heißt es auf Anfrage.

Austausch Marke Eigenbau?

Strittig ist noch, wer die Kosten für den Austausch der Geräte trägt. Dem Vernehmen nach sollen Ärzte mit Hilfe eines Softwaretools in die Lage versetzt werden, den Austausch selbst vorzunehmen. Secunet verweist an diesem Punkt auf T-Systems, das den Austausch steuere.

Von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kommt Kritik: „Der Austausch der Geräte muss für die Ärzte kostenfrei sein und darf nicht zu einem Mehraufwand in den Praxen führen“, forderte KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel, wie die KBV auf Anfrage bestätigte.

Dazu gehöre auch, dass T-Systems genügend Techniker in die betroffenen Praxen schicke. „Das darf nicht dem Arzt aufgebürdet werden“, so Kriedel.

Platz 3 in der Rangliste der Konnektoren

Bereits im November 2019 hatte T-Systems zunächst angekündigt, keine Konnektoren mehr bauen zu wollen, diese Ankündigung dann aber später wieder zurückgezogen. Am Markt für Konnektoren ist T-Systems unter vier Anbietern auf Platz 3, nach eigenen Angaben „mit deutlichem Abstand“ auf Rise auf Platz 4.

Genaue Angaben zu den Installationszahlen haben die Bonner nie gemacht, es dürften geschätzt etwas mehr als 20 .000 sein. Secunet steht bisher auf Platz 2 in der Anbieter-Rangliste, knapp hinter der CompuGroup Medical. Im Sommer vergangenen Jahres meldete das Unternehmen, „mehr als 45.000 Praxen“ ausgestattet zu haben.

Mit „Strategiewechsel“ begründet

T-Systems begründet die Entscheidung, die das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag kosten dürfte, mit einem „Strategiewechsel“, sie bedeute nicht den Ausstieg aus diesem Markt. Man sehe die Konnektoren als „Brückentechnologie“ für die nächsten Jahre, in die das Unternehmen nicht mehr investieren wolle.

In Zukunft werde die Hardware voraussichtlich durch Software ersetzt, dieser Service werde perspektivisch aus der Cloud kommen – und da könnte wieder T-Systems ins Spiel kommen.

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