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„Bundesbericht Forschung und Innovation 2020“

Krebsforschung soll EU-weit Fahrt aufnehmen

COVID-19 und Krebs sind zwei dominierende Gesundheitsthemen des „Bundesberichtes Forschung und Innovation 2020“. Die Bundesregierung verspricht, Krebs während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Forschung – das soll Deutschland nach Ansicht der Bundesregierung nicht nur zu Pandemie-Zeiten auszeichnen.

Forschung – das soll Deutschland nach Ansicht der Bundesregierung nicht nur zu Pandemie-Zeiten auszeichnen.

© Dan Race / stock.adobe.com

Berlin. Die Bundesregierung sieht Deutschland besonders in wissenschaftlicher Hinsicht gut aufgestellt im Kampf gegen Pandemien wie die gegenwärtige Corona-Herausforderung. „Die deutsche Forschung ist gut gerüstet, auch um auf akute und globale Gesundheitsnotstände, wie die Ende 2019 ausgebrochene COVID-19-Pandemie reagieren zu können“, heißt es dazu im kürzlich veröffentlichten „Bundesbericht Forschung und Innovation 2020“.

In dem Bericht ergreift die Bundesregierung auch die Gelegenheit, der in jüngster Zeit von US-Präsident Donald Trump als Marionette Chinas insinuierten Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Rücken zu stärken. Dies geschieht zum einen mit dem Hinweis darauf, dass es bislang keine zugelassene antivirale Behandlung gegen das Coronavirus gebe und sich Deutschland daher an der WHO-Studie „Solidarity“ zu möglichen Therapieoptionen beteilige – die Studie wird über das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) koordiniert.

Zum anderen bettet sie die Stärkung der WHO in den Kontext der globalen Suche nach einer Corona-Vakzine ein. „Um eine möglichst zielführende und koordinierte Investition der weltweit verfügbaren Forschungsmittel zu erreichen, tauscht sich die Bundesregierung mit anderen internationalen staatlichen oder philanthropischen Förderern unter dem Dach der WHO aus“, heißt es.

Krebsforschung auf EU-Ebene im Blick

Die WHO – und hier vor allem eine Reform der UN-Sonderorganisation – wird ebenso wie der Kampf gegen COVID-19 im Rahmen der ab Juli beginnenden, turnusgemäßen, halbjährigen deutschen EU-Ratspräsidentschaft eine Rolle spielen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unlängst verlauten ließ.

Die Bundeskanzlerin und ihr Kabinett wollen das Augenmerk aber wie bereits angekündigt auch auf die onkologische Versorgung legen. „Die Bundesregierung beabsichtigt, im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft die Krebsforschung auch auf europäischer Ebene voranzubringen“, heißt es in dem Forschungsbericht weiter.

Hinsichtlich der nationalen Ebene verweist die Bundesregierung auf die zu Beginn 2019 ausgerufene „Nationale Dekade gegen Krebs“.

Hier stünden unter anderem der bessere Zugang zu qualitativ hochwertiger onkologischer Versorgung sowie die Perspektiven und die gesteigerte Lebensqualität der Betroffenen im Fokus. „Zudem sollen der Transfer von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis weiter beschleunigt und die Vernetzung von onkologischer Forschung und Versorgung vorangebracht werden.“

Um Deutschland als führenden Standort der patientenorientierten Krebsforschung zu etablieren, bedürfe es exzellenter Wissenschaftler sowie Mitarbeiter im Gesundheitswesen und verbesserter Rahmenbedingungen, beispielsweise durch den Ausbau von Forschungsinfrastrukturen, so die Bundesregierung.

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