Abstrich-Untersuchungen

Laborärzte warnen vor Schnelltests auf Coronavirus

Die Berufsverbände der akkreditierten Medizinischen Labore und der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie warnen vor Schnelltests zum Nachweis des Coronavirus. PCR-Verfahren blieben das Mittel der Wahl für Abstrich-Untersuchungen.

Veröffentlicht: 08.03.2020, 11:37 Uhr
Abstrich auf eine Infektion mit SARS-CoV-2. Wie sicher sind hier Schnelltests?

Abstrich auf eine Infektion mit SARS-CoV-2. Wie sicher sind hier Schnelltests?

© Sebastian Gollnow

Berlin. Labormediziner kritisieren, dass Schnelltests auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 beworben werden, die hohe Sicherheit bei negativen Ergebnissen versprächen. Dabei könne der Test noch negativ, die Person aber bereits hoch infektiös sein. Patienten würden somit in falscher Sicherheit gewogen werden.

Dr. Daniela Huzly vom Berufsverbands der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (BÄMI) spricht sich gegen den Einsatz solcher Schnelltests.

„Aktuell vermarktete Schnelltests suchen nicht nach Erregern, sondern nach Antikörpern“, so Huzly. Antikörper seien bei Virusinfektionen meist frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen.

Ohne PCR-Test kein sicherer Nachweis von SARS-CoV-2

Zudem sei ungeklärt, ob ein positiver Antikörpertest nicht durch eine frühere Infektion mit einem anderen Coronavirus verursacht sein könnte. Daher benötige jeder Schnelltest die Bestätigung durch einen PCR-Test aus einem Abstrich, so Huzly.

Dr. Michael Müller vom Verein Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) sagte: „Häufig schaffen wir es, Proben, die erst am Nachmittag ins Labor geliefert werden, bis zum Abend untersucht zu haben. “ Sei dieser Test negativ, so liege das Ergebnis spätestens am nächsten Vormittag beim einsendenden Arzt und damit auch beim Patienten vor.

Bei einem positiven Ergebnis werde dann ein zweiter Test zur Bestätigung und zum spezifischen Nachweis des Erregers SARS-CoV-2 durchgeführt. „Innerhalb eines Tages nach Probeneingang im Labor liegt in aller Regel sogar das bestätigte Ergebnis vor“, so Müller.

Die Analyse mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) sei das etablierte Standardverfahren für zuverlässige Ergebnisse. Im ambulanten Bereich werde sie deutschlandweit von etwa 40 Laboren angewendet. Für die propagierten Schnelltestes lägen für SARS-CoV-2 hingegen noch gar keine gesicherten Erkenntnisse vor. (run)

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