Protestaktion vor Ministerium

MFA fordern Coronabonus ein

Medizinische Fachangestellten haben dem Bundesgesundheitsministerium Protestbriefe mit Schilderungen aus dem Praxisalltag übergeben. Unterstützung erhielten sie von Verbänden und der Politik.

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Medizinische Fachangestellte sind durch die Pandemie besonders stark belastet. Wie es derzeit in den Praxen aussieht, schilderten sie in Protestbriefen, die sie am Mittwoch in Berlin überreichten.

Medizinische Fachangestellte sind durch die Pandemie besonders stark belastet. Wie es derzeit in den Praxen aussieht, schilderten sie in Protestbriefen, die sie am Mittwoch in Berlin überreichten.

© lev dolgachov / Zoonar / picture alliance

Berlin. Medizinische Fachangestellte (MFA) haben sich am Mittwoch vor dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) versammelt, um mehr Wertschätzung für ihren Beruf einzufordern. Laut einer Mitteilung des Verbands Medizinischer Fachangestellter (VmF) überreichten sie Protestbriefe, in denen MFA ihren derzeitigen Arbeitsalltag schilderten.

Außerdem verlangten sie darin einen steuerfinanzierten Corona-Sonderbonus – analog den Pflegekräften in den Krankenhäusern – sowie mehr Tarifverbindlichkeit und eine zeitnahe Gegenfinanzierung der Tarifsteigerungen ein. Nur so könnten Arztpraxen im Wettbewerb um die MFA konkurrenzfähig bleiben und der Fachkräfteengpass reduziert werden, heißt es.

„Es braucht ein Zeichen der Anerkennung“

Unterstützung bekamen sie von Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek. Er appellierte an den Bund, allen MFA einen Corona-Sonderbonus zu zahlen. „Der Blick auf die kommenden Wochen und Monate zeigt: Wir brauchen deutschlandweit noch Millionen Impfungen, um die Menschen besser zu schützen und die Pandemie endlich hinter uns zu lassen. Die Arzthelferinnen und Arzthelfer werden also weiter stark gefragt sein. Deshalb braucht es jetzt ein Zeichen der Anerkennung dieser herausragenden Leistung.“

Auch die Ärzte-Verbände zeigten Verständnis für die Protestaktion der MFA. So fordert die Allianz Deutscher Ärzteverbände ebenfalls mehr Wertschätzung für das Praxispersonal. Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Fachärzteverbands SpiFa und Sprecher der Allianz: „Was unsere MFAs während dieser Pandemie geleistet haben und immer noch leisten, muss von der Bundesregierung entsprechend honoriert werden. Wir sagen klar: was für Pflegekräfte gelten soll, muss auch für medizinische Fachangestellte gelten, auch MFAs verdienen einen Corona Bonus!“

Höheres Infektionsrisiko auch für MFA

Auch die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützt in einer aktuellen Mitteilung den Protest: „Die Kliniken müssen weiter entlastet und möglichst viele Patienten im ambulanten Bereich versorgt werden. Dafür setzen sich neben den Ärztinnen und Ärzten auch die Medizinischen Fachangestellten im besonderen Maße ein“, so BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt.

Er wies darauf hin, dass viele Patientinnen und Patienten verunsichert seien und das persönliche Gespräch mit den Praxismitarbeitern suchten. Aufgrund der Nähe zu den Patientinnen und Patienten sei das Infektionsrisiko nicht nur für Ärzte, sondern auch für MFA hoch.

Notwendig ist aus Sicht der Bundesärztekammer zudem die Novellierung der gesetzlichen Vorgaben zur jährlichen Anpassung des Orientierungswertes, damit Tarifsteigerungen des Praxispersonals in die Honorarverhandlungen mit den Kassen einbezogen werden können. (kaha)

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