Gesundheit im Web

Nationales Gesundheitsportal wird bei Google ganz oben gerankt

Verlässliche Gesundheitsinformationen erarbeiten – aber keiner findet sie? Dieses Szenario will das BMG mit seinem Nationalen Gesundheitsportal vermeiden. Dabei helfen soll ein prominenter Partner.

Veröffentlicht: 10.11.2020, 15:40 Uhr
Blick auf das Nationale Gesundheitsportal: Bei der Suche nach 160 Erkrankungen soll ein Link bei Google in Zukunft ganz oben in einem Info-Kasten gerankt werden.

Blick auf das Nationale Gesundheitsportal: Bei der Suche nach 160 Erkrankungen soll ein Link bei Google in Zukunft ganz oben in einem Info-Kasten gerankt werden.

© [M] Ridofranz / Getty Images / iStock

Berlin. Das im September an den Start gegangene Nationale Gesundheitsportal soll mit seinen evidenzbasierten Informationen zu Gesundheitsthemen künftig über die Suchmaschine Google schnell gefunden werden. Das sieht eine Kooperation zwischen dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) und dem Suchmaschinenanbieter Google vor, die am Dienstagmorgen bei einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt worden ist.

„Was nützt es Ihnen, wenn Sie die besten evidenzbasierten Informationen zusammenführen und auf ein Internetportal stellen, wenn das kein Mensch findet, sondern alle im Zweifel bei Informationen landen, die weniger evidenzbasiert sind?“, fragte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Veranstaltung. Daher sei er „dankbar“ für die Kooperation.

Dabei greift Google auf eine offene Schnittstelle im Gesundheitsportal zu. Bei einer medizinischen Stichwortsuche präsentiert die Suchmaschine dann künftig die Antworten des Nationalen Gesundheitsportals gesund.bund.de in einem prominent hervorgehobenen Info-Kasten. Diese Info-Kästen – sogenannte Knowledge Panels für Gesundheitsthemen – stünden bereits für mehr als 160 Krankheiten zur Verfügung. Durch einen Link gelangten Nutzerinnen und Nutzer direkt zum jeweiligen Artikel im Nationalen Gesundheitsportal.

Projekt startete noch unter Spahns Vorgänger

Das Nationale Gesundheitsportal ist noch unter dem ehemaligen Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angestoßen worden, der 2017 eine Allianz für Gesundheitskompetenz ins Leben gerufen hatte. Ziel ist es, verlässliche, verständliche, aktuelle und evidenzbasierte Informationen zu Gesundheitsthemen übersichtlich aufzubereiten. Partner der Initiative sind unter anderem das Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das Robert Koch-Institut und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ).

„Die Corona-Pandemie zeigt uns wie in einem Brennglas, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen sind. Denn nur wer fundierte Informationen hat, kann sich und andere schützen“, erläuterte Spahn in Berlin.

Dass die Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet immer wichtiger wird, berichtete Philipp Justus, Vice President Google Zentral-Europa, bei der Pressekonferenz auf Basis von Daten aus der Suchmaschine.

Satte Steigerung bei der Suche nach Gesundheitsthemen

So sei das Interesse an Gesundheitsthemen in den letzten Jahren konstant gestiegen – allein in den vergangenen zwei Jahren um 19 Prozent. Im gleichen Zeitraum habe der Suchbegriff „Symptom“ einen Anstieg von 84 Prozent verzeichnet, „fast verdoppelt“, sagte Justus. Seit April sei zudem häufiger nach Themen wie „Migräne“ (plus fünf Prozent) und „Allergie“ (plus neun Prozent) gesucht worden.

Gemeinsam mit dem BMG habe Google in den vergangenen Monaten zusammengearbeitet, um Menschen jederzeit schnell und einfach aktuelle und verifizierte Informationen zum Coronavirus bereitzustellen. „Diese Zusammenarbeit erweitern wir nun auf viele weitere Gesundheitsthemen“, sagte Justus.

Minister Spahn betonte, dass es bei der Kooperation nicht um einen Datenaustausch mit Patientendaten gehe, sondern nur um seriöse Informationen für Patienten. „Wenn in Zukunft jemand nach Migräne sucht und dann zum Gesundheitsportal geht, dann weiß Google dadurch nicht mehr über ihn als vorher“, betonte Spahn. Die Kooperation mit dem BMG stehe auch grundsätzlich auch anderen Suchmaschinen offen. Auch andere Anbieter könnten die Schnittstelle nutzen, erläuterte Justus in Berlin. (ger)

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